NETWORK DEUTSCHLAND : Tätig für Telekom und Bahn

Die Network Deutschland GmbH, die Firma des Unternehmers Ralph Kühn, steht im Zentrum der Bespitzelungsaffäre rund um die Telekom. Doch welcher Art waren die Dienste, die sie für ihre Auftraggeber leistete? Kühn selbst hatte den Eindruck erweckt, in den mutmaßlich illegalen Datenabgleich hineingerutscht zu sein. Bevor seine Firma den Auftrag erhielt, Kontakte zwischen Journalisten und Telekom-Managern nachzuweisen, habe er ausschließlich legale Aufträge erledigt, sagte er. Seine Tätigkeit nannte er „Datamining“, also „Schürfen nach Daten“. Ein Telekom-Sprecher präzisiert: „Wir haben die Firma Network Deutschland vor November 2006 wiederholt eingesetzt, um größere Datenmengen für uns zu analysieren.“

Die legale Tätigkeit für den Konzern habe darin bestanden, Datensätze der im Konzern eingesetzten SAP-Software auf Doppelbuchungen zu überprüfen.

Die Bahn wiederum versichert, ausschließlich legale Dienstleistungen der Network Deutschland in Anspruch genommen zu haben. Die Firma sei im Rahmen der Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität und Korruption tätig gewesen. So habe die Berliner Firma die Bahn bei der Überprüfung des Firmensitzes eines Lieferanten unterstützt. Außerdem habe man auf den externen Sachverstand bei der Überprüfung von Kartellsachverhalten zurückgegriffen.

Am Dienstagabend meldete sich Network Deutschland selbst zu Wort und wies mehrere Vorwürfe zurück. Man habe „verschiedene Aktivitäten für die Telekom abgewickelt“, schrieb Firmenchef Kühn in einer Mitteilung. Network habe jedoch keine Bankdaten verarbeitet oder ausgespäht, wie in Medien berichtet worden war. Auch seien keine Bewegungsprofile erstellt worden. Für die Deutsche Bahn seien „zu keinem Zeitpunkt“ Telefonverbindungen ausgeforscht oder ausgespäht worden. Einen solchen Auftrag habe man von dem Unternehmen nie erhalten. ball

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