Wirtschaft : Neue Vorwürfe gegen HypoVereinsbank

HAMBURG (ADN). In der Affäre um dubiose Immobiliengeschäfte der fusionierten HypoVereinsbank sind neue Vorwürfe erhoben worden. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, der ehemaligen Hypobank werde zur Last gelegt, seit dem Jahr 1989 Zehntausende von Kleinverdienern geschädigt zu haben. Die Kunden des Instituts seien zum Kauf von sogenannten "bankgeprüften Immobilien" mit garantierten Mieten überredet worden. Aus dieser versprochenen Mietgarantie sei jedoch später nichts geworden. Viele Käufer hätten vielmehr"hohe Verluste" verbuchen müssen, heißt es in dem Bericht.Die Hypobank habe dabei eng mit Strukturvertrieben, sogenannten Drücker-Kolonnen, zusammengearbeitet, schreibt der "Spiegel". Wer die meisten Kreditverträge vermittelte, wurde dem Bericht zufolge mit Flugreisen nach Mauritius oder New York belohnt. Die Bank bestreite allerdings vertragliche Bindungen mit den Strukturvertrieben. Der Rechtsanwalt Reiner Fuellmich, der insgesamt 3500 Opfer vertrete, habe dagegen die Drücker als "reine Erfüllungsgehilfen der Bank" bezeichnet. Die Hypobank habe nach Aussagen von Zeugen auch 0,5 Prozent Provision auf die Darlehenssumme bezahlt. Diese Darstellung habe die Hypobank jedoch zurückgewiesen.Nach Angaben von Fuellmich habe die Bank zudem von den 18,4 Prozent versteckten "internen Provisionen" gewußt, die alle Erwerber an Treuhänder zahlen mußten. Der "Spiegel" zitierte den Anwalt mit den Worten, die Hypobank hätte "ihre Kunden darüber informieren müssen".Dem Bericht zufolge fordern inzwischen 7000 Geschädigte von der Hypobank und anderen Instituten die Rückabwicklung der Verträge. Sollten sie Recht bekommen, müsse die HypoVereinsbank, in der die Hypo 1998 aufgegangen sei, pro Engagement rund 200 000 DM abschreiben. Alles in allem summiere sich dies auf mehrere Mrd. DM, schreibt der "Spiegel".

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