Neue Wege auf der Schiene : Die Bahn muss ihre Kunden verstehen

Die Ziele sind klar: Sie soll pünktlich sein und günstig, ein Logistikkonzern von Weltformat. Nur der Weg dahin ist bislang unklar. Bei der Bahn steht diesmal der Chef auf dem Prüfstand. Ein Kommentar.

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Nicht nur im Fern-, auch im Regionalverkehr gibt es für die Bahn-Manager eine Menge zu tun. Foto: dpa
Nicht nur im Fern-, auch im Regionalverkehr gibt es für die Bahn-Manager eine Menge zu tun.Foto: dpa

Pünktlicher will die Deutsche Bahn werden. Und mehr Qualität bieten. Wie schön. Aber wäre nicht alles andere eine Sensation? Es sagt schon viel über den Zustand des Staatskonzerns aus, dass dieser sich so intensiv mit Selbstverständlichkeiten befassen muss.

Am Mittwoch hat der Aufsichtsrat über ein Programm beraten, das konkrete Vorschläge für den Weg zu mehr Pünktlichkeit und Qualität enthalten soll. An diesem Donnerstag nun will Bahn-Chef Rüdiger Grube entsprechende Beschlüsse im Detail vorstellen.

Hoffentlich trägt er zur Aufklärung einiger Widersprüche bei: Wie zum Beispiel will dieses Unternehmen den selbst formulierten Anspruch erfüllen, einer der führenden Logistikdienstleister der Welt zu sein, während es gleichzeitig Personal und Kapazitäten im Güterverkehr abbaut? Wie will die DB AG der wachsenden Konkurrenz der Fernbusse begegnen? Mit mehr Pünktlichkeit und Qualität – schon klar. Aber das ist nur die Grundvoraussetzung für erfolgreichen Wettbewerb der Verkehrsträger.

Wo bleibt das transparente Ticketpreismodell? Welche Perspektive hat der Regionalverkehr? Nur wenn Grube auf derartige Fragen für jeden Bürger, also jeden potenziellen Kunden, bald nachvollziehbar gute Antworten präsentiert, kommt die Bahn wieder auf die Spur.

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