Wirtschaft : Neuer Chef für Bayer Schering Pharma

Der Berliner Andreas Fibig kehrt aus New York zurück in seine Heimat

Corinna Visser

Berlin - Ab September haben die Mitarbeiter von Bayer Schering Pharma wieder einen Chef, der Deutsch spricht. Nicht nur das: Andreas Fibig ist in Berlin geboren und ging in Reinickendorf zur Schule. Mehr noch: Er hat seine berufliche Laufbahn 1981 nach dem Abitur bei Schering in Berlin begonnen. Dort ließ er sich zum Pharmakaufmann ausbilden. Nun kehrt Andreas Fibig in seine Heimatstadt zurück. Hier übernimmt er den Posten des Vorstandsvorsitzenden bei Bayer Schering Pharma.

Bisher leitete Arthur Higgins den Vorstand des Berliner Spezialpharma-Unternehmens. Diese Funktion hatte er seit der Übernahme von Schering durch Bayer im Jahr 2006 inne – neben seiner Arbeit als Chef des Teilkonzerns Bayer Healthcare. Künftig soll sich Higgins allein auf die Führung der Gesundheitssparte konzentrieren. Die Doppelbelastung sei von Beginn an nicht auf Dauer konzipiert gewesen, teilte Bayer mit. Das gilt auch für Werner Baumann, bisher im Vorstand von Bayer Schering Pharma für Finanzen, Verwaltung und Personal verantwortlich. Für ihn kommt Bernd Metzner (37) von Bayer Italien nach Berlin. Als Grund für den Personalwechsel nannte der Vorstandsvorsitzende der Bayer AG, Werner Wenning, zudem die weitgehend abgeschlossene Integration von Schering in den Bayer-Konzern.

Fibig, der fließend Englisch und Spanisch spricht, ist bereits zu seiner Zeit bei Schering viel herumgekommen. 1983 übernahm er die Funktion eines Länder- Koordinators mit Verantwortung für Verkauf und Marketing in Malaysia, Singapur und Hongkong. 1984 verließ der Manager Berlin und setzte seine Karriere beim Pharmakonzern Boehringer-Ingelheim fort. Dort war der Marketing- und Vertriebsprofi 15 Jahre lang in verschiedenen Positionen tätig, zuletzt leitete er die Region Südamerika (Mercosur). Danach folgten die Wechsel schneller: 2000 ging Fibig als Deutschland-Chef zu Pharmacia nach Erlangen. Als das Unternehmen vom US-Pharma-Konzern Pfizer übernommen wurde, wechselte er 2003 als Leiter für Lateinamerika zu Pfizer. Drei Jahre später wurde ihm zusätzlich die Verantwortung für das Geschäft in Afrika sowie im mittleren Osten übertragen. Seit dem vergangenen Jahr verantwortete Fibig beim größten Arzneimittelhersteller der Welt das gesamte amerikanische Geschäft für Medikamente im Bereich zentrales Nervensystem, Entzündung und Schmerz. Senior Vice President lautete sein Titel in den USA zuletzt, als solcher berichtete Fibig direkt an den Vorstand.

Jetzt zieht der 46-Jährige mit seiner Frau, Tochter und Sohn aus dem noblen Westchester County in New York wieder zurück an die Spree. „Mit der Ernennung von Andreas Fibig als neuem Leiter des globalen Pharmageschäfts und Bernd Metzner als neuem Vorstandsmitglied der Bayer Schering Pharma AG verstärken wir unser Führungsteam mit zwei ausgezeichneten Führungskräften“, sagte Bayer-Healthcare-Chef Higgins am Freitag. Fibig wird ein Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als zehn Milliarden Euro führen. Bayer Schering Pharma hat weltweit knapp 40 000 Mitarbeiter, mehr als 5000 davon in Berlin. Auch als Fachbuchautor war Fibig aktiv. 2003 gab er gemeinsam mit anderen das Fachbuch "Strategien für das Pharma-Management. Konzepte, Fallbeispiele, Entscheidungshilfen" heraus.

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