Wirtschaft : Neues Steuerungssystem in Berlin für Deutsche Bahn und S-Bahn

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Die Vossloh System-Technik GmbH (VST), Kiel, soll bis zum Jahr 2001 für die Berliner Bahnhöfe der Deutschen Bahn und für die S-Bahn der Stadt je eine neue Betriebszentrale liefern. Damit sollen Fahrgäste auf den Bahnsteigen und die jeweilige Leitstelle der Bahn mit aktuellen Informationen über die Züge versorgt werden, sagte Reinhold Hundt, Geschäftsführer der VST am Montag in Berlin.

Der Auftrag für die beiden Berliner Betriebszentralen wurde dem Konsortium BZ 2000 erteilt, dem neben der VST Siemens und Alcatel angehören. Die VST habe, obwohl sie der kleinste Partner sei, die Führung des Konsortiums erhalten, sagte Hundt. Bundesweit liefere das Konsortium acht solcher Leitsysteme zur Steuerung der Schienenverkehrs an die Deutsche Bahn. Auftragsvolumen insgesamt: rund 180 Millionen Mark. Für die beiden Berliner Anlagen liegt es laut VST bei 50 Millionen Mark.

Das neue Steuersystem soll Reisenden laut Hundt nicht nur den Soll-Fahrplan der Züge anzeigen, sondern auch aktuelle Änderungen berücksichtigen. Angezeigt würden diese Informationen mit den vorhandenen Klappanzeigern auf den Bahnsteigen. Ein Steuersystem, das diese Informationen für Leitzentralen und Fahrgäste zusammenführen könne, ist nach Angaben des VST-Geschäftsführers das modernste seiner Art. Die ersten beiden Anlagen, die diese "neue Informationsqualität" für den Schienenverkehr liefern können, sollen im nächsten Jahr in Dresden und zur Weltausstellung Expo 2000 in Hannover in Betrieb genommen werden.

Die VST ist ein Tochterunternehmen der Vossloh AG in Werdohl. Der Konzern mit den beiden Geschäftsbereichen Lichttechnik und Eisenbahn und Verkehr hat Ende 1996 die Bereiche Verkehr und Industrie der in Konkurs gegangenen Deutsche System-Technik GmbH gekauft und in die VST überführt. Im Herbst 1998 hat dann die Vossloh-Tochter die MAN Systemelektronik GmbH übernommen, einen Anbieter von Systemlösungen der Informations- und Kommunikationstechnik vor allem für Züge.

Im letzten Jahr hat die VST 41 Millionen Mark umgesetzt. Für 1999 ist doppelt so viel geplant. Der Umsatz nach den ersten neun Monaten dieses Jahres liegt nach VST-Angaben bei 50 Millionen Mark. Zurzeit arbeiten für das Unternehmen 280 Beschäftigte.

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