Wirtschaft : New Economy: Unternehmen im Silicon Valley verordnen ihren Mitarbeitern Zwangsferien

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Noch vor etwas mehr als einem Jahr war Hewlett-Packard händeringend auf der Suche nach Personal. Doch mit der Krise der New Economy und dem langsameren Wirtschaftswachstum in den USA hat es davon nun zu viele. Nachdem der Computer- und Druckerhersteller in diesem Jahr bereits 4700 Mitarbeiter im Marketing und Management feuerte, sollen die verbliebenen 45 000 Angestellten in den USA und 14 000 in Asien ebenfalls ihr Scherflein beitragen. Sie können wählen zwischen einer zehnprozentigen Gehaltskürzung, acht Urlaubstagen oder einer Kombination von einer fünfprozentigen Gehaltskürzung und vier Urlaubstagen. Obwohl es freiwillig ist, haben angeblich bereits 23 000 Angestellte die Hand gehoben. "Es ist besser, als den Job zu verlieren", scheint die einhellige Meinung zu sein.

Hewlett-Packard ist nicht das einzige Großunternehmen, das von seinen Angestellten Opfer verlangt. Der Software-Hersteller Legato schickte seine Mitarbeiter im Mai für drei Tage nach Hause. Mit gutem Beispiel ging der Cisco-Chef und Milliardär John Chambers sowie sein Chairman John Morgridge voran. Sie verzichten vorerst ganz auf ihr Gehalt. Wenn auch das Silicon Valley diese Woche nicht ganz zu einer Geisterregion verkam, so kehrten doch ruhigere Zeiten ein. Mehrere Großunternehmen wie Adobe, Applied Materials und Compaq nutzten den Nationalfeiertag am 4. Juli, um über 20 000 Beschäftigte in die Ferien zu schicken. Zwar ist dies kein Unikum, 1996 griffen Intel, Sun und andere zum gleichen Mittel, gleichzeitig ist es jedoch eine krasse Abkehr von der noch vor eineinhalb Jahren beschworenen Mentalität. Damals brüsteten sich die Firmen, dass sie 24 Stunden, sieben Tage die Woche arbeiteten. Die immer hektischeren Zeiten wurden damals als Internet-Zenit definiert und Programmierer prahlten, dass sie unter dem Schreibtisch schliefen, um ja keine Zeit zu verlieren. Ausschlafen können die jetzt immer öfter zu Hause.

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