Wirtschaft : Nicht alles eitel Sonnenschein bei SAP

Insidervorwürfe belasten Softwarehaus / In Deutschland im ersten Halbjahr 1150 Stellen geschaffen

FRANKFURT (MAIN) (ro).Wenn die Insider-Affäre nicht wäre, dann gäbe es im Jahr des 25jährigen Bestehens angesichts der weiter eindrucksvollen Wachstumszahlen nur eitel Sonnenschein, so Dietmar Hopp, einer der beiden Vorstandssprecher des Walldorfer Softwarehauses SAP.Aber auch dieses Thema glaubt er bald endgültig zu den Akten legen zu können."Der Verdacht gegen das Unternehmen hat sich in Luft aufgelöst", sagte Hopp bei der Halbjahrespressekonferenz am Donnerstag in Frankfurt (Main). Kein Aufsichtsrat, kein Vorstand, kein einziger der ehemals 71 Primärinsider befände sich noch im Kreis der Verdächtigen.Die Staatsanwaltschaft ermittle nur noch, so Hopp, gegen drei oder vier Sekundärinsider, von denen nur einer bei SAP beschäftigt sei."Weitgehend wehrlos war die SAP einer Kampagne ausgesetzt, die tief unter die Haut gegangen ist," so Hopp. Obwohl das Thema für Hopp erledigt ist, zieht SAP Konsequenzen, um für die Zukunft besser gerüstet zu sein.Die Computerprogramme im Unternehmen sind jetzt nur noch für 34 statt wie bisher für 71 Mitarbeiter zugänglich.Präventiv meldet SAP auch alle Primärinsider, die Zugang zu wichtigen Geschäftsdaten haben, dem für die Überwachung zuständigen Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel in Frankfurt. Auf Hochtouren laufen bei der Software-Schmiede auch die Vorbereitungen für den Börsengang in den USA.Der Jahresabschluß 1998 soll nach den in den USA gültigen Vorschriften (US-GAAP) erfolgen.Die Notierung der SAP-Aktie an der Wall Street wird nach Angaben von Hopp, der sich das Amt des Vorstandssprechers jetzt mit Hasso Plattner teilt, aber nicht vor Ende 1998 erfolgen. Ein Ende der beispiellosen Erfolgsgeschichte ist nicht zu erkennen.Im ersten Halbjahr schnellte der Umsatz um 51 Prozent auf 2,4 Mrd.DM in die Höhe, beim Gewinn gab es ein Plus von 56 Prozent auf 582 Mill.DM.Die Bruttoumsatzrendite kletterte auf 24 Prozent.Für den Rest des Jahres ist Hopp zuversichtlich, weil die Auftragsbücher prall gefüllt sind.Das noch am Jahresanfang erwartete Umsatzplus von 25 bis 30 Prozent werde man übertreffen.Dabei werde der Gewinn stärker zulegen als der Umsatz.In den vergangenen zwölf Monaten stellten die Walldorfer rund 1150 neue Mitarbeiter ein, so daß jetzt in Deutschland knapp 5000 Leute beschäftigt werden.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar