Wirtschaft : Niedrige Löhne und gute Infrastruktur

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Chinas Vorteil liegt längst nicht nur in den niedrigen Lohnkosten. Rund 1000 Yuan (100 Euro) verdient eine chinesische Näherin – für China hat sie damit ein gutes Auskommen. Als einziges Land weltweit kombiniert China jedoch die vergleichsweise geringen Löhne mit einer modern ausgebauten Infrastruktur. Viele chinesische Textilfirmen sind erst in den neunziger Jahren entstanden und produzieren deshalb mit den neuesten westlichen Maschinen . Die Fabriken liegen in Zhejiang oder anderen entwickelten Küstenprovinzen, die über moderne Autobahnen und

Zugverbindungen zu Großhäfen verfügen. Außerdem kann man in China auch vor Ort günstig jedes Zubehör kaufen, wie etwa Knöpfe. Das ist etwa in Kambodscha nicht der Fall.

WELTWEIT VORNE

Pekings Statistiken zufolge exportierte die Volksrepublik im ersten Halbjahr Textilprodukte im Wert von 8,7 Milliarden Dollar (rund 7,1 Milliarden Euro) in die EU – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Weltweit lagen die Exporte bis einschließlich Juli bei 50 Milliarden Euro. Mit 19 Millionen Arbeitern und 40 000 Fabriken ist China der wichtigste Textilhersteller der Erde.

Chinas Textilindustrie wird deshalb in Zukunft die Weltmärkte noch stärker dominieren. Bis 2010 werde sich Chinas Anteil an der weltweiten Textilindustrie von 25 auf 50 Prozent verdoppeln , lautet eine Prognose der Weltbank. Weder Quoten noch Einfuhrbeschränkungen werden diesen Trend aufhalten können. maa

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