Wirtschaft : Nissan: Automobilbauer legt kräftig zu

Der drittgrößte japanische Automobilhersteller Nissan hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2000/2001 sein Ergebnis gesteigert und zugleich seine Gewinnprognose für das gesamte Geschäftsjahr (zum 31. März) verdoppelt. Die vorläufigen Zahlen für das erste Halbjahr zeigten das beste Ergebnis in zehn Jahren, sagte Nissan-Präsident Carlos Ghosn am Montag nach Börsenschluss in Tokio. Die umfangreichen Restrukturierungen und Kosteneinsparungen im Konzern hätten sich sehr positiv bemerkbar gemacht. Die Nissan-Aktie gewann zuvor zum Wochenauftakt an der Tokioter Börse leicht hinzu.

Als Betriebsergebnis erwartet Nissan nach eigenen Angaben im laufenden Geschäftsjahr nun 220 Milliarden Yen (4,9 Milliarden Mark). "Die Prognosen sind trotz der Verdoppelung vorsichtig", sagte Ghosn. Seit 1999 ist der französische Automobilkonzern Renault Hauptaktionär bei Nissan und hat dort einen harten Sanierungskurs durchgesetzt. Binnen drei Jahren sollen bis März 2001 insgesamt 21 000 Stellen gestrichen werden. Im Mai 2000 hatte der Automobilbauer noch lediglich ein Ergebnis von 110 Milliarden Yen prognostiziert. Im vorangegangenen Geschäftsjahr lag das Betriebsergebnis nach Unternehmensangaben bei 83 Milliarden Yen. Die Schätzung für den Reingewinn im Konzern hob Nissan zugleich auf 250 Milliarden Yen an. Im Mai waren nur 60 Milliarden erwartet worden. Der Umsatz der Unternehmensgruppe dürfte gegenüber dem Vorjahr auf 6,1 (Vorjahr 5,98) Billionen Yen steigen, hieß es weiter. Der Automobilbauer will in diesem Jahr weltweit 2,72 Millionen Autos (Vorjahr 2,5 Millionen) verkaufen.Zugleich teilte Nissan mit, das Betriebsergebnis sei ersten Berechnungen zufolge in den Monaten April bis September 2000 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 130 Prozent auf 136,6 Milliarden Yen gestiegen. Das Konzern-Nettoergebnis liege bei plus 170,2 Milliarden Yen, nach minus 323,5 Milliarden im Vorjahr. Der Umsatz sei im Jahresvergleich unverändert bei 3,05 Billionen Yen geblieben. Obwohl die offiziellen Halbjahreszahlen erst Ende November veröffentlicht werden, sehen Branchenbeobachter die nun veröffentlichten Zahlen de facto als endgültige Ergebnisse an.

Das gute Halbjahresergebnis sei auf Kosteneinsparungen von 142 Milliarden Yen zurückzuführen, hieß es weiter. Gleichzeitig stieg den Angaben zufolge die Gewinnmarge im Konzern im Jahresvergleich von 1,9 auf 4,5 Prozent. Ghosn kündigte zudem für die kommenden Wochen eine wichtige Veröffentlichung über das US-Geschäft an. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass der Bau eines neuen Werkes offiziell bekannt gegeben werden soll. Presseberichten zufolge plant Nissan eine neue Produktionsstätte für Geländewagen in Mississippi.

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