Wirtschaft : Noch mehr Pleiten

Creditreform befürchtet Zunahme der Insolvenzen in 2003

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Die Zahl der Pleiten wird voraussichtlich auch 2003 weiter steigen. Dabei gibt es schon in diesem Jahr einen Pleitenrekord: Nach Angaben des Wirtschaftsauskunftdienstes Creditreform müssen 37700 Firmen Insolvenz anmelden, 16,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Für 2003 rechnet CreditreformChef Helmut Rödl mit bis zu 42000 Pleiten. Dramatisch hoch war in diesem Jahr die Zahl der Verbraucherinsolvenzen: 44 700 Privatpersonen zeigten ihre Zahlungsunfähigkeit an, im Vorjahr waren es nur 17120. Die Gesamt-Pleitenzahl 2002 stieg um mehr als 66 Prozent.

Deutschland steht nach Angaben von Rödl an der Spitze der europäischen Pleitenstatistik. Er führt die Insolvenzwelle zum Teil auf die schwache Konjunktur aber vor allem auf die geringe Eigenkapitalausstattung mittelständischer Unternehmen zurück. Nach Ansicht von Rödl überdecken Großpleiten wie bei Holzmann, Kirch, Babcock-Borsig oder Herlitz die Tatsache, dass vor allem Mittelständler Insolvenz anmelden müssen. 64 Prozent der zahlungsunfähigen Firmen hätten maximal fünf Angestellte. „Die Großen sterben spektakulär, die Kleinen verabschieden sich still und leise.“

Unter den Branchen hat es besonders den Handel mit 8800 Pleiten schwer erwischt (plus 32 Prozent). Bei den Dienstleistern stieg die Zahl der Insolvenzen um über 20 Prozent, große Probleme hat auch die Baubranche. Die finanziellen Folgen von Firmenpleiten beziffert Creditreform in diesem Jahr auf 38,4 Milliarden Euro, bei Verbraucherinsolvenzen sind es noch einmal 60 Millionen Euro. 590 000 Jobs gehen in diesem Jahr durch Pleiten verloren, über 17 Prozent mehr als 2001. Im Gegenzug haben Neugründungen nur 323000 neue Stellen geschaffen.ro

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