Wirtschaft : Nordag AG kauft Sero: Eigentümerwechsel perfekt - Banken billigen Forderungsverzicht

Das nach Scheingeschäften in eine Krise geratene ostdeutsche Recycling-Unternehmen Sero kann nach umfangreichen Forderungsverzichten der Banken unter neuen Eigentümern neu starten. Die Gläubigerbanken haben den für die Sanierung von Sero und den anderen früheren EWS-Tochtergesellschaften erforderlichen Forderungsverzicht endgültig gebilligt, teilte die börsennotierte Sero Entsorgung AG, Berlin, am Montag mit. Insgesamt verzichteten die Banken auf die Rückzahlung von 492,7 Millionen Mark von allen EWS-Gesellschaften. Auf die Sero AG und ihre Töchter entfalle ein Betrag von 128,5 Millionen Mark. Die Banken hatten vor Monaten mit einem ersten Forderungsverzicht eine Überschuldung von Sero abgewehrt. Jetzt wird der im Frühjahr ausgehandelte Eigentümerwechsel an die Nordag AG rechtskräftig. Die Investoren hatten ein Rücktrittsrecht für den Fall, dass der Forderungsverzicht nicht zu Stande gekommen wäre.

Sero war nach Manipulationen und Luftbuchungen des früheren Vorstandes 1998 in erhebliche Turbulenzen geraten. Inzwischen ist das Unternehmen aus den roten Zahlen heraus. Innerhalb der Duisburger Nordag-Gruppe, die in Europa die Marktführung beim industriellen Recycling anstrebt, soll sich Sero als Komplettanbieter positionieren. Zur Sero-Gruppe gehören heute 16 Tochterfirmen. Nordag hatte zu Jahresbeginn die Beteiligungsfirmen der hoch verschuldeten Euro Waste Services AG (EWS) übernommen. Die drei börsennotierten Unternehmen B.U.S., Lösch und Sero sowie die Hansa GmbH und die Remex AG wurden in die Nordag AG eingebracht.

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