Wirtschaft : Norddeutsche Länder stimmen unter Vorbehalt weiter für den Bau

Die Industrie erwartet Signale von der Politik - Baubeginn wäre noch 2000 möglich

Die Regierungschefs der norddeutschen Bundesländer halten am Bau des Transrapid von Berlin nach Hamburg unter bestimmten Bedingungen fest. Wichtig sei, dass der Bund keine zusätzlichen Finanzmittel für den Bau der Strecke aus dem Bundesverkehrswegeplan bereit stelle, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) am Donnerstag im Ostseebad Boltenhagen nach einer Konferenz der norddeutschen Bundesländer.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) betonte, für ihr Land sei es wichtig, einen ungebrochenen Verkehr vom Norden bis in die Metropolen zu organisieren. Das könne allerdings auch nach wie vor mit einem schienengebundenen Verkehr gewährleistet werden. An dem Treffen der Regierungschefs von Bremen, Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern nahm auch das Unternehmerkuratorium Nord teil.

Ringstorff betonte, wenn doch bereits auf Bundesebene eine Entscheidung gegen den Transrapid gefallen sei, so müsse der Norden darauf drängen, dass die dann frei werdenden Gelder auf keinen Fall in den Süden oder Westen fließen dürften. Das Geld müsse für Verkehrsprojekte im Norden eingesetzt werden. Vordringlich sei dabei der Bau der Autobahn A 20 sowie die dritte Elbquerung. Für eine feste Querung über den Fehmarn-Belt seien die norddeutschen Länder nur dann, wenn es zu einer privat finanzierten Lösung komme, sagte Ringstorff. Dann sei auch weiterhin ein "fairer Wettbewerb" mit den Häfen möglich.

Das Unternehmerkuratorium Nord (UKN), ein Zusammenschluss der norddeutschen Industrie- und Handelskammern sowie der Unternehmerverbände, begrüßte die Aussage von Bundeskanzler Schröder für den Bau des Transrapid. Auch Schleswig-Holstein habe dem Planfeststellungsverfahren für die Magnetschnellbahn zugestimmt, sagte der Vorsitzende des UKN, Hellmut Kruse.

ThyssenKrupp Industries erklärte in Essen, das Planungsverfahren für die erste Anwendungsstrecke der Magnetschnellbahn-Technik sei nahezu abgeschlossen. Mit ersten Baumaßnahmen könne noch in diesem Jahr begonnen werden. "Von der Politik wird jetzt erwartet, dafür die Signale auf Grün zu stellen." Am Donnerstagabend sollte Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt (SPD) vor dem Bundestag zum Transrapid sprechen.

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