Wirtschaft : OECD: Flaute in der Weltwirtschaft nur von kurzer Dauer

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Die Abkühlung der Weltwirtschaft wird nach Einschätzung der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zwar deutlich, aber nur von kurzer Dauer sein. Wie OECD-Chefökonom, Ignazio Visco, am Donnerstag zur Vorlage des halbjährlichen Konjunkturberichtes in Paris erläuterte, werde sich die Verlangsamung des konjunkturellen Tempos durch die gezielte Zinssenkungspolitik der US-Notenbank und den Rückgang der Ölpreise in Grenzen halten.

Momentan am stärksten getroffen sind die USA, für die die Organisation ein Wachstum von nur noch 1,7 Prozent in diesem nach fünf Prozent im letzten Jahr in Aussicht stellt. Doch schon 2002 soll es mit über drei Prozent wieder aufwärts gehen. In diesem Jahr allerdings soll Europa die Amerikaner als Wachstumsmotor in der Weltwirtschaft vorübergehend ablösen. Für die 15 EU-Länder rechnen die OECD-Volkswirte mit einem Wachstum von 2,6 Prozent in diesem und 2,7 Prozent im kommenden Jahr. Allerdings hinkt Deutschland innerhalb der Gemeinschaft weiter hinterher. Die OECD geht in ihrer Projektion von einem Zuwachs von 2,25 Prozent in diesem und 2,5 Prozent im kommenden Jahr aus. Damit fällt diese Prognose für die Bundesrepublik etwas optimistischer aus als die der EU, des IWF oder der Bundesregierung. Allerdings mahnt die OECD die Bundesregierung wegen der durch die Steuerreform bedingten Einnahmeausfälle zur strikten Ausgabendisziplin. Außerdem seien weitere Strukturreformen nötig. Der Europäischen Zentralbank (EZB) schließlich empfiehlt Visco, die Zinsen zu senken. Im Bericht ist sogar von einer Zinssenkung noch vor der Sommerpause die Rede. Bis zum Jahresende sei eine Rücknahme um insgesamt 50 Basispunkte denkbar. Erst am Mittwoch hatte die EZB in ihrem Jahresbericht allerdings ihre gegenwärtige Stillhaltepolitik bekräftigt.

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