OECD-Studie : Die Krise trifft Deutschland besonders hart

Deutschland als Exportnation wird in diesem Jahr besonders hart unter den Folgen der Weltwirtschaft leiden müssen, befürchtet die OECD.

LondonExportweltmeister Deutschland werden die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) besonders hart treffen. Die Arbeitslosenquote steigt 2010 auf 11,5 Prozent bei einer Arbeitslosenzahl von über fünf Millionen, heißt es in einem Sonderbericht. In diesem Jahr wird die deutsche Wirtschaftsleistung um 5,3 Prozent sinken - und nicht nur um 0,8 Prozent, wie noch vor Kurzem von der Organisation vorhergesagt. 

Dringend rät die Organisation der Bundesregierung, mehr zu tun, um den Arbeitsmarkt zu stärken. Eine Möglichkeit sei, die Kapazitäten der Jobcenter auszuweiten. Einkommensersatzleistungen sollten stärker an den Nachweis gekoppelt werden, dass Arbeitslose sich um einen neuen Job bemühen. Maßnahmen wie Frühverrentung seien dagegen keine Alternative.

Auch in der Eurozone rechnet die OECD mit einer schrumpfenden Wirtschaftsleistung. Während sich Europa auf einen Rückgang von 4,1 Prozent und die USA von vier Prozent einstellen müssten, erwarten die Experten für Japan sogar einen Einbruch von 6,6 Prozent.

Der Welthandel werde 2009 vermutlich um 13 Prozent sinken, denn alle 30 OECD-Mitgliedstaaten sind betroffen. "Die Weltwirtschaft befindet sich heute inmitten der tiefgreifendsten Rezession, die wir zu unseren Lebzeiten gesehen haben", fasste OECD-Chefvolkswirt Klaus Schmidt-Hebbel die Stimmung zusammen.  

Düster fallen auch die zeitgleichen Prognosen der Weltbank aus. Demnach schrumpft die globale Wirtschaft in diesem Jahr um dramatische 1,7 Prozent. Vor etwa zwei Wochen hatte der Internationale Währungsfonds noch ein Minus zwischen 0,5 und einem Prozent vorausgesagt. Der Welthandel werde um mehr als sechs Prozent einbrechen - so stark wie seit 80 Jahren nicht mehr, heißt es in ihrem Wirtschaftsausblick.  Für die Wirtschaft in der Eurozone kommt die Studie zu einem moderateren Ergebnis als die OECD: Sie geht davon aus, dass die Wirtschaft hier nur um 2,7 Prozent schrumpfen wird. (sp/dpa)

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