Ölindustrie : BP verschafft sich Milliarden mit Verkäufen

BP verkauft für sieben Milliarden Dollar Geschäftsteile an das US-Unternehmen Apache. Unterdessen mehren sich die Anzeichen für einen Rücktritt des wegen der Ölpest im Golf von Florida heftig unter Beschuss geratenen BP-Chefs Tony Hayward.

Tony Hayward.
Tony Hayward.Foto: picture alliance / dpa

London/Houston - Die britische „Times“ berichtete am Mittwoch, Hayward werde sein Ausscheiden wahrscheinlich Ende August oder im September ankündigen. Ein neuer Mann an der Spitze müsse das Unternehmen vor einer Übernahme bewahren, sagten dem Unternehmen nahestehende Personen der Zeitung. Der Ölmulti wies den Bericht allerdings zurück. Hayward habe die volle Unterstützung des Verwaltungsrates.

Über einen Rücktritt Haywards wird schon seit geraumer Zeit spekuliert, da der Manager bei der Bewältigung der Krise kaum ein Fettnäpfchen ausgelassen hat. Börsianer machen sein Missgeschick mitverantwortlich für die unnachgiebige Haltung der US-Regierung, die Schadenersatz in Milliardenhöhe fordert. Als Favorit für die Nachfolge gilt Robert Dudley, der die BP-Sicherungsarbeiten im Golf von Mexiko von Hayward nach dessen Fehltritten übernommen hat.

Nach dem Untergang der Plattform „Deepwater Horizon“ im April liefen unzählige Millionen Liter Öl ins Meer. Erst vor wenigen Tagen gelang es, das Ausfließen mit einer Abdeck-Kappe zunächst zu stoppen. Schätzungen über die Folgekosten für BP reichen bis zu 100 Milliarden Dollar. Der BP-Aktienkurs ist seit der Explosion der Plattform um rund 40 Prozent eingebrochen.

Um seine Kassen zu füllen, verkauft BP nun für sieben Milliarden Dollar Geschäftsteile an das US-Unternehmen Apache. Apache übernehme Öl- und Gasanlagen in Texas, in Kanada und Ägypten, teilte BP am Dienstagabend mit. Die mit der deutschen RWE-Tochter vereinbarten Pläne für die Förderung von Gas an der ägyptischen Mittelmeerküste blieben davon jedoch unberührt. BP will insgesamt Unternehmensteile im Wert von zehn Milliarden Dollar verkaufen. rtr/dpa

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