Wirtschaft : Olivetti führt jetzt Telecom Italia

TURIN (hjk/HB). Roberto Colaninno, Exekutivchef des norditalienischen Mischkonzerns Olivetti SpA hat sich am Montag nach der Hauptversammlung der Telecom Italia vom neuen Verwaltungsrat zum Präsidenten und Exekutivchef des sechsmal größeren Telekommunikationskonzerns Telecom Italia SpA (TI) wählen lassen. Nachdem Olivetti Ende Mai über ein feindliches Übernahmeangebot 52 Prozent des TI-Kapitals eingesammelt hatte, stand seine Machtübernahme an der Spitze des weltweit fünftgrößten Telekommunikationsunternehmens zwar längst fest. Doch ab sofort muß Colaninno klarstellen, was er meinte, als er im Frühjahr versprach, bei TI "mit dem Bulldozer" aufräumen zu wollen - und daß er als Privatunternehmer mehr zu bieten hat als seine Vorgänger, die noch unter staatlichem Einfluß standen. In Turin blieb indes noch offen, wie es mit Telecom Italia strategisch weitergeht. So bot die Aktionärstagung dem scheidenden Exekutivchef Franco Bernabè die Gelegenheit zum geordneten Rückzug. Er war erst im Herbst letzten Jahres berufen worden, um die Dauerführungskrise zu beenden, die die Telecom Italia seit der Privatisierung im Herbst 1997 erlebt hatte. Er war mit besten Referenzen gekommen, und hätte TI nach Meinung der meisten Analysten durchaus auf einen erfolgreichen Zukunftspfad führen können. Der Olivetti-Coup, der noch vor einigen Monaten undenkbar schien und von dem Unternehmenschef bekämpft wurde, beendete dann die kurze Telecom-Karriere des Topmanagers. Bernabè ist jetzt in Rom als Kosovo-Beauftragter im Gespräch und rückte letzte Woche in den Fiat-Verwaltungsrat ein.

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