Wirtschaft : Olympic droht Liquidierung

-

Athen Für die staatseigene griechische Fluggesellschaft Olympic Airlines wird die Luft immer dünner. Findet sich bis zum Jahresende kein privater Investor für den Einstieg bei dem defizitären Unternehmen, droht der Bankrott. „Wir müssen im Laufe dieses Jahres eine Lösung für Olympic finden“, sagte der griechische Wirtschafts- und Finanzminister Georgios Alogoskoufis dem Handelsblatt. Es sei ausgeschlossen, dass der Staat die Fluggesellschaft weiter führe.

Die 1957 vom legendären „Tankerkönig“ Aristoteles Onassis als Olympic Airways gegründete Gesellschaft hat seit ihrer Verstaatlichung 1974 nur Verluste eingeflogen. 2002 belief sich das Minus auf 512 Millionen Euro. Für das vergangenen Jahr hat Olympic Airlines noch keine Bilanz vorgelegt. Vier Versuche, das Unternehmen zu sanieren und zu privatisieren, sind bereits gescheitert. Weitere Subventionen lehnt die Europäische Kommission ab.

Ende des vergangenen Jahres gliederte die damalige sozialistische Regierung den Flugbetrieb unter dem neuen Namen Olympic Airlines aus, Bodendienste und technische Wartung verblieben bei der alten Olympic Airways. Aber auch für die abgespeckte Gesellschaft, die statt 6100 nur noch 1850 Beschäftigte hat, fand sich bisher kein Käufer. Überdies ist offen, ob die EU-Kommission das Sanierungskonzept überhaupt akzeptiert.

Die seit März dieses Jahres amtierende konservative Regierung verhandelt nach Aussage von Wirtschaftsminister Georgios Alogoskoufis derzeit mit einigen potenziellen Investoren. Scheitern diese Gespräche, soll im September eine neue Ausschreibung erfolgen, um bis zum Jahresende einen Käufer für die Fluggesellschaft zu finden.

Und wenn auch das misslingt? „Dann bleibt nur die Liquidierung“, sagt Minister Alogoskoufis. Und Brüssel drängt: „Dies ist die letzte Chance für Olympic Airlines“, warnte kürzlich EU-Kommissarin Loyola de Palacio. ghö/HB

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben