Wirtschaft : OM Gruppen: OM mit Übernahme gescheitert

Der Versuch einer feindlichen Übernahme der Londoner Börse durch den schwedischen Börsenbetreiber OM Gruppen ist gescheitert. Nach Angaben von OM Gruppen entschieden sich nur 6,7 Prozent der Aktionäre der London Stock Exchange (LSE) für das Angebot. Mindestens 75 Prozent hätten jedoch zustimmen müssen. Der Übernahmeversuch der Schweden hatte Mitte September wesentlich dazu beigetragen, die geplante Fusion der Londoner Börse mit der Deutschen Börse Frankfurt scheitern zu lassen.

OM Gruppen, die unter anderem die Stockholmer Börse betreibt, hatte Anfang Oktober ein erstes Übernahmeangebot vom August nachgebessert, das vor allem unter einem Verfall des OM-Aktienkurses gelitten hatte und auf 808 Millionen Pfund (2,6 Milliarden Mark) gefallen war: Nunmehr hatte OM 1,06 Milliarden Pfund (3,4 Milliarden Mark) angeboten - und zwar nicht nur in OM-Aktien, sondern auch als Bargeld. Allerdings war auch der Wert dieses Angebots seither in Folge eines weiteren Kursrückgangs der OM-Aktien auf 937 Millionen Pfund gefallen.

Die Leitung der Londoner Börse hatte den Übernahmeversuch von OM Gruppen stets zurückgewiesen. Die Schweden hatten ihr Angebot vor allem mit der besseren Technik begründet, über die sie verfügten. Außerdem werde die Londoner Börse bei der seinerzeit geplanten gleichberechtigten Fusion mit Frankfurt "unter Wert verkauft", meinten sie. Nach dem Scheitern des Übernahmeversuchs wird in Börsenkreisen über neue Partnerschaften oder Allianzen mit der US-Technologiebörse Nasdaq oder aber mit Euronext (dem Zusammenschluss von Paris, Brüssel und Amsterdam) spekuliert. "Ich bin erleichtert, dass die Störung durch das OM-Angebot jetzt vorbei ist", sagte LSE-Chef Don Cruickshank am Freitag.

Das Vorstandsmitglied von OM, Per Larson, sprach dennoch von einem Erfolg und erklärte, OM sei durch den Übernahmeversuch weltweit bekannt geworden und könne seine Handelssysteme für Börsen nun besser verkaufen.

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