Wirtschaft : Opel: Automobilhersteller will über zwei Milliarden Mark investieren

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Opel wird 2001 so viel investieren wie noch nie in einem Jahr. Die Rekordsumme von 2,4 Milliarden Mark wird vor allem in den Neubau des Stammwerkes in Rüsselsheim und in neue Modell fließen, sagte Opel-Vorstandschef Robert Hendry am Freitag. "Dies unterstreicht unsere Entschlossenheit, bei technischen Innovationen vor allem in unseren Produkten sowie unserer Fertigungstechnologie weiter ganz vorne im Wettbewerb zu sein." Insgesamt will Opel bis 2005 rund zehn Milliarden Mark investieren. Die Tochter des US- Autoriesen General Motors will damit auch die Basis dafür legen, dass mittelfristig endlich wieder Gewinne eingefahren werden können. Das Jahr 2000 wird Opel mit einem Verlust abschließen, wie Finanzchef Walter Borst bestätigte. Dem Vernehmen nach soll das Unternehmen mit rund 450 Millionen Mark in die roten Zahlen rutschen.

Die Rüsselsheimer werden in diesem Jahr auch einen weiteren Rückgang ihres Marktanteils von 13,2 auf etwa 12,5 Prozent hinnehmen müssen. Auch dieser Trend soll mit dem Investitionsprogramm gestoppt werden. Dabei wird Opel allein die Investitionsausgaben im Stammwerk in Rüsselsheim im nächsten Jahr von 370 Millionen Mark auf rund eine Milliarde Mark verdreifachen. In Rüsselsheim wird bis 2002 für rund 820 Millionen Mark eines der modernsten Automobilwerke der Welt entstehen. Gleichzeitig wird für 180 Millionen die Fertigung für ein neues Sechs-Gang-Getriebe aufgebaut. Ab 2002 sollen in Rüsselsheim Modelle einer völlig neu entwickelten Fahrzeug-Generation produziert werden. In Kaiserslautern entsteht für rund 650 Millionen Mark eine neue Produktion für einen Leichtmetallmotor. In Eisenach, wo der neue Corsa von den Bändern läuft, werden nach 150 Millionen Mark in diesem Jahr knapp 70 Millionen Mark investiert. Dort soll die Produktion im nächsten Jahr um 20 Prozent auf rund 175 000 Fahrzeuge steigen. In Bochum, wo in diesem Jahr vor allem wegen der starken Nachfrage nach dem Kompakt-Van Zafira mit voraussichtlich 319 000 Fahrzeugen ein neuer Produktionsrekord erreicht wird, wurde die Fertigung bereits in den vergangenen Jahren von Grund auf modernisiert, so dass nur kleinere Investitionen anfallen. Wegen der geplanten Ausweitung der Produktion bahnt sich in Bochum allerdings ein Konflikt an: Der Betriebsrat lehnt Sonderschichten ab und fordert die Einstellung von rund 200 neuen Mitarbeitern. Werksleiter Jan Brems lehnt aus Kostengründen die Ausweitung der Beschäftigtenzahl ab und pocht auf Sonderschichten. Wenn sie nicht zustande kämen, sei der Import von Zafira-Modellen aus dem Werk in Thailand möglich.

Die Zahl der Beschäftigten wird sich durch die Rekordinvestitionen allerdings nicht verändern, wie Opel-Sprecher Uwe Berlinghoff betont. In diesem Jahr wird die Beschäftigung aber deutlich zurückgehen. Hauptgrund: Der Wechsel von 4500 Opel-Mitarbeitern in die beiden Gemeinschaftsunternehmen mit Fiat. Er wurde am 1. Dezember vollzogen. Allerdings wird es in Rüsselsheim wegen der schwachen Nachfrage nach den Modellen Vectra und Omega auch einen realen Arbeitsplatzabbau um rund 540 Stellen geben. Zugleich werden in der ersten Januarwoche in Rüsselsheim die Bänder angehalten. Ende 1999 waren bei Opel rund 42 300 Menschen beschäftigt.

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