Wirtschaft : Opel: Noch keine Klarheit über "Olympia"

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Der europäische Betriebsrat von Opel hat am Dienstag zwar den europäischen Rahmenvertrag für das Sanierungsprogramm "Olympia" unterzeichnet. Details über einen möglichen Arbeitsplatzabbau und die Ausgliederung von Unternehmensteilen bleiben aber weiter im Dunkeln. "Die Informationen der Opel-Führung waren nicht ausreichend, deshalb haben wir uns vertagt", sagte Klaus Franz, der Vorsitzende des europäischen Arbeitnehmerforums (EEF) der europäischen Ableger des US-Autokonzerns General Motors (GM). Wann sich beide Seiten wieder zusammensetzen, ist offen. Damit rückt die Verabschiedung des Programms "Olympia", mit dem Opel-Chef Klaus Peter Forster rund vier Milliarden Mark einsparen und das Unternehmen bis 2003 wieder in die Gewinnzone führen will, weiter in die Ferne.

Ursprünglich sollte "Olympia" bis Ende September stehen. Jetzt, sagen Beobachter, könne es sogar November werden. Welche Informationen den Arbeitnehmern fehlen, wollte Franz nicht sagen. Auch ein Opel-Sprecher hielt sich bedeckt. Offenbar gibt es Differenzen um die Laufzeit des Rahmenvertrages, um Details über die Verteilung der Sanierungslasten auf die einzelnen Werke und über die Konditionen für die Ausgliederung von Teilen der Komponentenfertigung in Gemeinschaftsunternehmen mit anderen Firmen. Damit ist weiter auch völlig unklar, wie viele Arbeitsplätze mit dem Programm "Olympia" gestrichen werden. Die Spekulationen reichen von nur 1500 bis zu 9000 der derzeit rund 85 000 Stellen in Europa. Fest steht bislang, dass es keine Entlassungen sondern nur einen sozialverträglichen Arbeitsplatzabbau gibt und dass keine der 18 Auto- und Teilefabriken geschlossen wird. Forster will Produktionskapazitäten für 300 000 bis 350 000 Autos pro Jahr stilllegen. Angeblich soll vor allem in Bochum, im spanischen Saragossa und im englischen Ellesmere Port deutlich gekürzt werden.

Aus dem Unternehmen ist zu hören, dass der operative Verlust der deutschen Opel-Gesellschaften in 2001 kaum geringer ausfallen wird als im Vorjahr. Da waren es 982 Millionen Mark. Nur durch die Opel-Bank wird das Gesamtergebnis etwas freundlicher aussehen. Erstaunlichen Optimismus bekundete Opel mit Blick auf den neuen Opel Combo. Von dem auf der Basis des Corsa gebauten Stadtlieferwagen wollen die Rüsselsheimer 2002 in Deutschland 11 000 Modelle verkaufen, in Europa 52 000.

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