Wirtschaft : Oracle leidet nachhaltig unter Skandalnachrichten

siri/HB

Die vergangenen Wochen waren hart für den kalifornischen Datenbankhersteller Oracle: Negative wirtschaftliche Nachrichten hagelten förmlich auf die Firma ein - der Aktienkurs des Unternehmens aus Redwood Shores fiel seit dem 1. März um fast 50 Prozent. Wesentlicher Grund für den drastischen Kursverlust: Oracle ist in einen Finanzskandal der kalifornischen Regierung verwickelt. Die Regierung hatte im vergangenen Mai einen Zehn-Jahres-Vertrag mit Wert von rund 95 Millionen Dollar mit Oracle abgeschlossen, ohne sich weitere Angebote der Konkurrenz einzuholen. Eine Buchprüfung ergab, dass der Vertrag den Steuerzahler rund 41 Millionen Dollar zusätzlich kosten würde - ursprünglich sollte die Software dem Staat Kalifornien rund 100 Millionen Dollar sparen helfen. Oracle hält unterdessen an den versprochenen Einsparmöglichkeiten fest: "Oracle glaubt weiterhin daran, dass der Vertrag dem Bundesstaat Nutzen bringt", schreibt Oracle-Sprecher Jim Finn in einer Stellungnahme. Jetzt laufen Gespräche, ob der Vertrag rückgängig gemacht werden kann. Wie stark sich das in der Bilanz von Oracle niederschlagen würde, ist noch unklar. Oracle geht bislang nur von einer kleinen Berichtigung der Zahlen aus.

Analysten fürchten aber, dass Oracle auch die Gewinnprognosen für das 4. Quartal nicht erfüllen wird, das am 31. Mai endet. Das vierte Quartal ist traditionell das stärkste für den Softwarehersteller. Ein schlechtes Ergebnis hier wird sich deutlich auf das Jahresergebnis auswirken.

Zum Jahreswechsel hat Oracle seinen Vertrieb für den deutschsprachigen Raum von Dublin nach Potsdam verlagert. Die Internet Sales Division (ISD) beschäftigt derzeit rund 100 Mitarbeiter. Bis 2005 sollen es 250 bis 300 Mitarbeiter werden.

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