Wirtschaft : Ost-Sparkassen verleihen mehr Geld

1,5 Milliarden Euro für Firmen und Selbstständige

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Berlin - Die unerwartet gute wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland schlägt sich offenbar auch positiv auf das Kreditgeschäft der ostdeutschen Sparkassen nieder. Kredite über 1,5 Milliarden Euro für Unternehmen und Selbstständige genehmigten die 48 Institute des Ostdeutschen Sparkassenverbandes im ersten Halbjahr 2010. Das bedeutet ein Plus von fast einem Fünftel oder 234 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie der Ostdeutsche Sparkassenverband (OSV) am Mittwoch in Berlin mitteilte. Er ist zuständig für die Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

„Die Sparkassen sind für den heimischen Mittelstand ein sicherer Hafen und Rückgrat des beginnenden Aufschwungs“, sagte OSV-Präsident Claus Friedrich Holtmann. Wie wichtig der OSV für den Mittelstand sei, zeigten die hohen Marktanteile in den einzelnen Branchen. Dieser liege im Handwerk bei 79 Prozent, im verarbeitenden Gewerbe aber nur bei 31 Prozent, berichtete Holtmann.

Am stärksten stieg das Volumen der genehmigten Kredite bei den Sparkassen in Sachsen mit einem Plus von 43,8 Prozent auf 733 Millionen Euro. Bei den elf brandenburgischen Instituten wuchs das Volumen für Unternehmen und Selbstständige lediglich um 9,6 Prozent. Aufgrund der niedrigen Zinsen und der wider Erwarten bessern Lage einiger Unternehmen würden aber auch verstärkt laufende Kredite getilgt, so Holtmann.

Auch bei den Kundeneinlagen kamen die Sparkassen auf ein Plus, allerdings lag es nur bei 0,5 Prozent. Der Markt sei „hart umkämpft“, sagte der OSV-Präsident. Die Zinsen seien eben nicht attraktiv. „Am meisten gefragt sind Sichteinlagen mit kurzer Kündigungsfrist.“ Deren Summe erhöhte sich bei den ostdeutschen Sparkassen im ersten Halbjahr 2010 um 681 Millionen Euro und somit um 2,2 Prozent. Auf den Aktienmarkt seien die Kunden dagegen weniger gut zu sprechen, berichtete Claus Friedrich Holtmann. „Sie vertrauen der Konjunkturentwicklung wohl noch nicht.“ Matthias Matern

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