Wirtschaft : Ostdeutscher Bankenverband: Positive Bilanz zum zehnten Jahrestag der Währungs- und Wirtschaftsunion

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Zum zehnten Jahrestag der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion hat der Ostdeutsche Bankenverband am Freitag in Berlin eine positive Bilanz gezogen, die eigene Rolle positiv herausgestellt, aber auch einige Forderungen aufgestellt. "Die Wirtschafts- und Währungsunion wäre schief gegangen, wenn die privaten Banken aber auch die Sparkassen nicht mit einem solchen Enthusiasmus an die Dinge herangegangen wären", erklärte Edgar Most, Vorsitzender im Vorstand des Ostdeutschen Bankenverbandes vor der Presse. In nur zehn Jahren sei in den neuen Ländern eine breit gefächerte, mittelständisch geprägte Unternehmenslandschaft entstanden, die verfügbaren Haushaltseinkommen seien bereits auf 85 Prozent des Westniveaus gestiegen. Allerdings, so Most weiter, sei die Zeit großer Industrieansiedlungen vorüber. Die Keimzelle für künftiges Wachstum bilde heute der innovative Mittelstand, eine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt sei dennoch mittelfristig nicht zu erwarten. Defizite bestünden noch in einigen Bereichen der öffentlichen Infrastruktur und im Bildungswesen. Auch verfügten die ostdeutschen Länder und Kommunen nicht über das notwendige Steueraufkommen, so dass ein weiterer Solidarpakt und damit weitere Aufbauhilfen des Bundes und der westdeutschen Länder unverzichtbar seien. Most forderte weiter, ähnlich wie bei den Wohnungsbaugesellschaften auch im Agrarbereich zu einer Regelungen zu kommen und und "Streitfälle" zwischen der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) und Unternehmen möglichst bald zu lösen. Für den wachsenden internationalen Standortwettbewerb sei Ostdeutschland gut gerüstet, stellte der Vorstandsvorsitzende weiter fest. Im EU-Vergleich der Regionen hätten sich die neuen Länder bereits heute von den hinteren Plätzen entfernt und seien auf dem Weg ins Mittelfeld.

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