• Osteuropäer mögen Sekt von Schloss Wachenheim Konjunkturkrise in Deutschland belastet das Geschäft – trotzdem verzeichnet das Unternehmen ein Rekordergebnis

Wirtschaft : Osteuropäer mögen Sekt von Schloss Wachenheim Konjunkturkrise in Deutschland belastet das Geschäft – trotzdem verzeichnet das Unternehmen ein Rekordergebnis

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Frankfurt (Main) (ro). Der Sektmarkt in Deutschland steckt zwar weiter in der Krise, die Sektkellerei Schloss Wachenheim macht trotzdem gute Geschäfte. „Die Strategie, uns auf mehrere Standbeine zu stellen, zahlt sich aus. Das vergangene Geschäftsjahr war eines der besten unserer Geschichte“, sagte Vorstandschef Nick Reh am Montag auf der BilanzPressekonferenz in Frankfurt. Der Umsatz kletterte in der Periode 2001/2002, die Ende Juni abgeschlossen wurde, um 13 Prozent auf 377 Millionen Euro, der Gewinn nach Steuern sogar um 141 Prozent auf 5,1 Millionen Euro. Die Dividende soll deshalb von 18 auf 25 Cent steigen. Auch für das laufende Geschäftsjahr ist Reh optimistisch. Erstmals will der weltgrößte Sekt- und Schaumweinhersteller der Welt, der unter anderem die Marke „Faber“ vertreibt, mehr als 400 Millionen Euro umsetzen.

In den ersten Monaten des neuen Geschäftsjahres verzeichnet Wachenheim im Ausland deutliche Absatz- und Umsatzsteigerungen. Vor allem das Osteuropageschäft entwickelte sich sehr gut. In Deutschland dagegen macht sich die Konjunkturkrise bemerkbar. Das Geschäft laufe erheblich schlechter als erwartet, sagte Reh. Jetzt hofft Wachenheim auf das Weihnachtsgeschäft und auf mehr Schwung durch im vergangenen Jahr eingeführte Produkte wie diverse Prosecco-Sorten, alkoholfreie Schaumweine und das Kinder-Getränk Robby Bubbles. Bei Prosecco ist Schloss Wachenheim in Deutschland mittlerweile der größte Anbieter. In den nächsten Monaten will das Unternehmen Marketing und Werbung verstärken und den Produkten einen frischeren Anstrich verpassen. Zugleich sollen die Auslandsaktivitäten ausgeweitet werden. In Frankreich ist Reh derzeit auf der Suche nach einem neuen größeren Partner mit renommierten Sekt- und Weinmarken. Bislang seien die Preisvorstellungen allerdings überzogen. An einer Champagner-Marke sei Wachenheim aber nicht interessiert.

In Deutschland konnte Wachenheim im vergangenen Geschäftsjahr trotz eines weiteren schrumpfenden Sektmarktes und trotz der schwierigen Konjunktur den Absatz um 3,4 Prozent steigern und den Marktanteil im Sektgeschäft von 21 auf 23 Prozent erhöhen. Der Umsatz kletterte nur leicht auf 201 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis stieg allerdings deutlich von 1,1 auf fünf Millionen Euro. Ursache waren vor allem der Wegfall von Integrationskosten für in den vergangenen Jahren übernommene Firmen.

Durch den Zusammenschluss von Rotkäppchen und Mumm gebe es mit Henkell&Söhnlein und Wachenheim aber nur noch drei große Sekt-Wettbewerber. Damit habe sich die Konkurrenz verschärft, was sich in weiter fallenden Preisen gezeigt habe, sagt Reh. Mit Prosecco und Robby Bubbles war das Unternehmen aber erfolgreich.

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