Wirtschaft : Otelo will Boden gutmachen

DÜSSELDORF (agr/HB)."Wir haben keinen optimalen Start in den liberalisierten Telekommunikationsmarkt hingelegt", erklärte der neue Otelo-Chef Thomas Geitner.Dies soll sich nun ändern.Mit einer Konzentration auf die Kerngeschäfte Festnetz, Mobilfunk und Internet sowie der Trennung von "Ballast" wie verlustbringenden Beteiligungen an Geräteherstellern, im Softwarebereich und an dem Satellitendienstbetreiber Iridium will Geitner die Vorgabe der Mutterkonzerne Veba und RWE erfüllen, im Jahr 2001 die Gewinnschwelle zu erreichen.

Insbesondere in den letzten Wochen habe es "viele, nicht immer positive Diskussionen über den Zustand und die Richtung" von Otelo gegeben, meinte Geitner in Anspielung auf Berichte über Verluste in Höhe von über 2 Mrd.DM.Die Gründe für die Misere seien zum Teil hausgemacht.So habe sich der Markt dynamischer entwickelt, als Otelo angenommen habe.Auslöser dafür seien vor allem die günstigen Interconnection-Tarife, die es Anbietern ohne eigene Infrastruktur und damit geringen Investitions- und Fixkosten ermöglichen, in den Markt einzutreten.Dies habe bereits zu einem deutlichen Preis- und Margenverfall geführt.

Geitner räumte ein, daß Otelo bei Call-by-Call (zeitweiliger Wechsel der Telefonfirma) und Preselection (dauerhafter Wechsel zu einem Telekom-Konkurrenten) die Marktbedürfnisse nicht richtig eingeschätzt hat: "Wir sind erst spät mit einem Call-by-Call-Angebot gekommen." Insgesamt wird in diesem Jahr im Festnetzbereich mit einem Umsatz von 450 (Vorjahr 500) Mill.DM gerechnet.Heute stehe das Unternehmen am Beginn einer Neuausrichtung.In den vergangenen Wochen habe Otelo "mächtig aufgeholt und Boden gutgemacht".Die Auslastung des Netzes habe sich innerhalb von nur zwei Monaten verdreifacht.Sie liege heute bei über 10 Mill.Minuten am Tag.Anfang August seien dies noch etwas über 3 Mill.Minuten gewesen.Auch bei den Preselection-Kunden verzeichne Otelo ein rasantes Wachstum.Inzwischen seien knapp 160 000 Kunden auf Otelo voreingestellt.Für Geitner zeigen damit erste Kurskorrekturen Wirkung, insbesondere die Tarifreform Anfang September.Von zentraler Bedeutung sei aber auch die enge Kooperation mit dem Mobilfunkanbieter E-Plus, der ebenfalls Veba/RWE gehört: "Wir werden das Otelo-Netz und das E-Plus-Netz zusammenschalten." Freie Kapazitäten sollen so besser genutzt werden.Eine Verschmelzung der beiden Gesellschaften schließt Geitner aber aus.

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