Wirtschaft : Palm: Mini-Computerhersteller steht vor der Spaltung

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Palm-Chef Carl Jankowski erwägt, das kalifornische Unternehmen in zwei getrennt arbeitende Firmen aufzuspalten. Aus dem weltweit führenden Hersteller von Handheld-Computern könnten ein Anbieter von Software und ein Hersteller der handtellergroßen elektronischen Organizer werden.

Der Grund für die Überlegung: Das Geschäft in den beiden Bereichen läuft im Moment recht unterschiedlich. Während die Softwarelizenzen für das derzeit am weitesten verbreitete Betriebssystem der elektronischen Assistenten, Palm OS, dank Vertragspartnern wie dem Handheld-Hersteller Handspring Inc. aus Mountain View (Kalifornien), dem Computerkonzern IBM Corp. aus Armonk (New York) und dem japanische Elektronikkonzern Sony Corp., Tokio, für positive Ergebnisse sorgen, ist der Absatz der von Palm hergestellten Geräte ins Stocken geraten.

Zuvor waren Gerüchte aufgekommen, die Palm Inc. könne von einem anderen Unternehmen übernommen werden. Bei ihm habe sich bisher kein Interessent gemeldet, sagte Palm-Chef Jankowski auf einem Analystentreffen. Als mögliche Interessenten im Gespräch waren die Computerhersteller IBM und Apple Computer. Nach Ansicht von Bear-Sterns-Analyst Andrew Neff könnte der Umstand, dass Palm erst vor relativ kurzer Zeit von Netzausrüster 3Com Corp. abgespalten wurde, ein Hindernis für eine rasche Übernahme sein. Aus steuerlichen Gründen sei es nämlich in den ersten zwei Jahren nach einer solchen Abspaltung aus Steueraspekten ungünstig, die entsprechende Firma zu übernehmen.

Jankowski betonte, dass das Unternehmen aus dem kalifornischen Santa Clara derzeit genügend Barmittel zur Verfügung habe, um seine Produktion zu finanzieren. Nach der Warnung vor wenigen Wochen, in deren Rahmen der Palm-Chef massive Umsatzeinbrüche für das laufende Quartal einräumen musste, war bei Branchenbeobachtern der Eindruck entstanden, Palm könnte in Kürze in Finanzierungsschwierigkeiten geraten.

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