PARKETT Geflüster : Japanische Wirtschaft pessimistisch Deutsche IT-Branche kämpft mit Engpässen

Fliegen ist wirklich eine saugefährliche Angelegenheit, das zeigt der Nachrichtenstrom dieser Tage: In Südamerika fiel bei einem Jet das Radar aus, bei einem anderen gleich ein ganzes Triebwerk. Ganz zu schweigen von dem riesigen Loch, das sich jüngst im Dach eines US-Flugzeugs auftat. Oder der Raumstation ISS, die jetzt nur mit Not dem im Orbit umherfliegenden Weltraumschrott ausweichen konnte. Wir prophezeien: Früher oder später wird auch der aktuelle Höhenflug des Dax mit einer bösen Landung enden. Sage dann keiner, es habe ihn niemand gewarnt. brö

Tokio/München - Nach dem Erdbeben und der Atomhavarie von Fukushima blickt die japanische Wirtschaft pessimistisch auf die kommenden Monate. Laut einer am Montag veröffentlichten, überarbeiteten Umfrage der japanischen Zentralbank sank der Tankan-Geschäftsklimaindex für das zweite Quartal auf minus zwei Punkte. Vor der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe am 11. März und den darauffolgenden Reaktorunfällen hatten die Firmen ihre Aussichten für das zweite Quartal demnach noch mit plus drei Zählern angegeben.

Durch das Beben wurden Fabriken zerstört, durch Schäden an Atomkraftwerken kam es zu Engpässen in der Stromversorgung, wodurch wiederum Produktionsketten unterbrochen wurden. Am Freitag hatte die Notenbank bereits eine erste Fassung ihrer Umfrage unter Unternehmen veröffentlicht, die jedoch weitgehend noch die Stimmung vor dem Erdbeben widerspiegelte. Gänzlich ausgenommen aus beiden Umfragen blieben Firmen aus dem Erdbebengebiet. Bis zur Katastrophe hatten die großen japanischen Hersteller laut Notenbank mit Vertrauen in die Zukunft geblickt.

Auch in Deutschland werden die Auswirkungen immer deutlicher spürbar. So hat die IT-Branche nach Verbandsangaben vermehrt mit Lieferengpässen zu kämpfen. Bereits jetzt verzeichne ein Fünftel der Hersteller und Händler einen Mangel an Geräten und Komponenten aus Japan, teilte der Verband Bitkom unter Berufung auf eine Stichprobenumfrage am Montag mit. Fast die Hälfte der deutschen Unternehmen erwarteten Auswirkungen in den kommenden Wochen und Monaten. AFP/rtr

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