Wirtschaft : Pharmafirmen: Ausgaben für Pillen legen zu Steigerung um 2,1 Milliarden Euro erwartet

Maren Peters

Berlin - Die forschenden Arzneimittelhersteller erwarten, dass die Kassenausgaben für Arzneimittel in diesem Jahr um 2,1 Milliarden Euro steigen werden. Das wäre fast so viel, wie sie durch die Kostendämpfungsmaßnahmen im vergangenen Jahr eingespart haben. Die Hersteller wiesen zugleich die Befürchtung der Kassen zurück, dass es zum Jahresbeginn zu einem deutlichen Preisanstieg bei den Arzneimitteln kommen könnte. „Dafür gibt es keinen Beleg“, sagte Cornelia Yzer, Geschäftsführerin des Branchenverbandes VFA, am Freitag in Berlin. Preiserhöhungen- und senkungen hätten sich in etwa ausgeglichen. Zu „kurzfristigem Kostendämpfungsaktivismus“ bestehe daher kein Anlass.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt hatte am Vortag Ärzte, Apotheker, Krankenkassen und Pharmaindustrie zu verstärkten Sparanstrengungen aufgefordert, da sie 2005 einen erneuten Anstieg der Arzneimittelkosten befürchtet. Im vergangenen Jahr waren die Kassenausgaben für Medikamente um 2,5 Milliarden Euro gesunken. Möglich war dies durch einen erhöhten Herstellerrabatt von 16 Prozent sowie einen zweijährigen Preisstopp. Diese Instrumente sind jedoch Ende 2004 ausgelaufen. Die Kassen befürchten deshalb, dass die Pillenpreise nun wieder deutlich steigen.

Nach VFA-Angaben sind zwischen 1.Dezember 2004 und 15. Januar 2005 die Preise für 94,5 Prozent der Arzneimittel gleich geblieben. Der Umsatz mit apothekenpflichtigen Arzneimitteln sei im Januar dennoch um durchschnittlich 14,3 Prozent gestiegen.

Der Bundesverband der Betriebskrankenkassen und das Bundesgesundheitsministerium wollten die VFA-Zahlen am Freitag nicht kommentieren. „Dafür ist es noch zu früh“, hieß es übereinstimmend. Noch lägen keine endgültigen Kassendaten für Januar vor.

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