Wirtschaft : Pharmafirmen fürchten neuen Kostenschub

Zulassung für Medikamente teurer

FRANKFURT (MAIN) (ro).Kleineren und mittelgroßen Pharmaunternehmen drohen neue Kosten.Nach Angaben des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) plant die EU, die Gebühren für die Zulassung von Arzneimitteln von derzeit rund 275 000 DM auf etwa 393 000 DM zu erhöhen und gleichzeitig pro Jahr, in dem das Präparat verkauft wird, weitere 118 000 DM zu kassieren."Das ist mittelstandsfeindlich und eine Barriere für zahlreiche neu gegründete Gentechnikfirmen", klagt BPI-Hauptgeschäftsführer Hans Rüdiger Vogel und appelliert an die EU, die Pläne zu überarbeiten. Seit Anfang 1995 können Arzneimittel bei der in London ansässigen Europäischen Arzneimittelagentur EMEA zentral für die gesamte EU zugelassen werden.Gentechnische Medikamente müssen sogar dort zugelassen werden.In den Augen Vogels ist das sinnvoll, denn es spart Zeit, weil die EMEA nur 210 Tage für die Zulassung benötigt, und Geld, weil die Zulassung in allen 15 EU- Staaten überflüssig ist.Allein Großbritannien etwa verlangt dafür schon rund 216 000 DM.In Deutschland sind es etwa 118 000 DM. Mit den jetzigen Gebührenplänen der EMEA aber ist es nach Ansicht des BPI mit diesen Vorzügen vorbei."Für kleine und mittelständische Pharma-Unternehmen sind die Kosten diskriminierend hoch." Damit werde ihnen jede Chance genommen, ein neues Produkt selbst zu vermarkten.Sie würden durch solche Gebühren leicht überfordert.In fünf Jahren müßten pro Präparat rund 2,16 Mill.DM an die EMEA gezahlt werden, rechnet der BPI vor. Mit der derzeitigen Geschäftslage auf dem Pharmamarkt ist man beim BPI zufrieden.Für das erste Halbjahr liegen bislang allerdings erst die Apothekenumsätze vor: Hier gab es von Januar bis Juni ein Umsatzplus von 4,8 Prozent auf 13,05 Mrd.DM.Vor allem der Juni brachte einen Boom.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben