Wirtschaft : Pharmafirmen versprechen 20.000 Jobs

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Berlin - Die forschenden Arzneimittelhersteller haben eine stärkere Konzentration öffentlicher Forschungsgelder auf einzelne, exzellente Einrichtungen und wenige große Krankheiten gefordert. „Wir sollten Abstand vom Gießkannenprinzip nehmen und uns auf Indikationsgebiete konzentrieren, in denen wir schon stark sind, wie Alzheimer und Diabetes II“, sagte Cornelia Yzer, Geschäftsführerin des Verbandes forschender Arzneimittelhersteller (VFA), am Mittwoch in Berlin. Nach Meinung der Industrie könnten in Deutschland in den nächsten Jahren bis zu 20 000 neue Pharma-Jobs entstehen, wenn ungenutzte Potenziale in Forschung und Entwicklung besser genutzt werden.

Der VFA stützt sich dabei auf zwei Studien, die eine von Boston Consulting, die andere von A.T. Kearney und dem Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung erstellt und finanziert vom VFA und der amerikanischen Handelskammer. Beide wurden gestern vorgestellt und kommen zu ähnlichen Ergebnissen.

Demnach könnte die Zahl der Pharma-Arbeitsplätze in den nächsten Jahren deutlich steigen, wenn die öffentliche Hand bis zu 900 Millionen Euro mehr für die biomedizinische Forschung investiert. Zudem müssten der Wissenstransfer zwischen akademischer Forschung und Industrie verbessert und Genehmigungsverfahren beschleunigt werden.

VFA-Chefin Yzer erneuerte ihre Kritik an der Gesundheitspolitik. Sie forderte unter anderem eine freiere Preisgestaltung für neue Arzneimittel. Die Regierung hat gerade ein weiteres Arzneimittel-Sparpaket auf den Weg gebracht, um den Anstieg bei den Medikamentenausgaben der gesetzlichen Kassen zu begrenzen und die Beitragssätze damit stabil zu halten.pet

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