Wirtschaft : Philip Morris will sich in "Altria Group" umbenennen

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Philip Morris, der US-Konsumgüter- und weltgrößte Zigarettenhersteller, gibt sich einen neuen Namen. Das Unternehmen wird sich demnächst "Altria Group" nennen, teilte die Konzernzentrale am Freitag mit. Mit dem Namen Philip Morris würden die meisten Leute nur Zigaretten verbinden, so die Begründung des Unternehmens, das die gute Nachricht für die Aktionäre ausgerechnet am amerikanischen Nichtrauchertag bekannt gab. Schließlich sei man doch im Grunde auch Nahrungsmittelhersteller - Philip Morris besitzt eine Mehrheit am größten US-Nahrungsmittelhersteller Kraft Foods.

Stimmt: "Altria" klingt nicht nur nach Kippen, sondern auch ein bisschen nach Ketchup. Das finden jedenfalls die Namensdesigner die den neuen Namen für Philip Morris erfunden haben. Aber dass der Konzern "altria" vom lateinischen Adjektiv "altus", zu deutsch "hoch", ableitet, treibt Altphilologen wie dem Münchner Latein-Professor Wilfried Stroh die Lachtränen in die Augen - zumal die Konzernzentrale mitteilte, Altria stehe dafür, dass man noch höher hinaus wolle als bisher: "Das Wort altria gibt es nicht und es ist schon gar keine korrekte Form von altus", sagt der Wissenschaftler.

Eine kleine Lateinstunde für Namenserfinder liefert Stroh gleich mit: Wollte sich der Konzern "die Hohe" nennen, wäre "alta" richtig gewesen. Die "Höhe" hieße im Lateinischen "altitudo". Ähnlichkeit gebe es allenfalls mit "altrix", was zu Deutsch immerhin mit "die Ernährerin" übersetzbar wäre.

Doch nicht nur die Lateiner halten wenig von dem neuen Namen für Philip Morris. Schlimmer noch: Philip Morris ist nicht das einzige Unternehmen, dem es der Name "Altria" angetan hat. Denn eine Firma mit dem Namen "Altria International" existiert bereits. Und der gehört einem iranischen Unternehmen. Das produziert Stahl.

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