Wirtschaft : Pixelpark enttäuscht erneut

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Mit überraschend hohen Verlusten und revidierten Prognosen hat Pixelpark am Dienstag die Börse geschockt. Die am Neuen Markt notierte Aktie notierte am späten Nachmittag bei 7,60 Euro um rund 16,5 Prozent schwächer. Der Berliner Internetdienstleister, der seit Monaten einem "Effizienzprogramm" unterzogen wird, hatte am Morgen mitgeteilt, dass im laufenden Jahr die Gewinnschwelle nicht mehr erreicht werde. Begründet wurde dies mit der "weiterhin anhaltenden Zurückhaltung für Investitionen im IT-Sektor" und dem "schwierigen Marktumfeld". Analysten hatten mit einem deutlich besseren Zwischenbericht gerechnet. Statt des erwarteten Ergebnisses vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von minus fünf Millionen Euro fiel bei Pixelpark im dritten Quartal ein Minus von 7,7 Millionen Euro an. Der Umsatz brach im Vergleich zum Vorjahr um fast 38 Prozent auf 17,4 Millionen Euro ein. Am Markt erwartet worden waren Erlöse von gut 24 Millionen Euro. Die Maßnahmen des Programms zur Effizienzsteigerung hätten Kosten von 3,2 Millionen Euro verursacht, hieß es. Analysten zeigten sich besorgt von den stark gesunkenen Liquiditätsreserven: Sie reduzierten sich per Ende September auf 17,9 Millionen Euro. Ende Juni hatte Pixelpark noch einen Bestand an liquiden Mitteln von 27,5 Millionen Euro verbucht. "Angesichts der Cash-Position ist die Existenz von Pixelpark gefährdet", sagte Analyst Klaus Linde von SES Research. Hypo-Vereinsbank-Analyst Stefan Borscheid wies dagegen auf die Unterstützung von Bertelsmann hin. Ein Sprecher des Konzerns, der 60 Prozent an Pixelpark hält, sagte, Bertelsmann stehe zu Pixelpark. Zu möglichen künftigen Unterstützungszahlungen nahm er keine Stellung.

Pixelpark bietet so genannte integrierte E-Business-Lösungen vor allem für Marketing, Vetrieb und Kundenbetreuung an. Das Unternehmen hat in den vergangenen Monaten rund 300 Mitarbeiter entlassen.

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