Wirtschaft : Policen decken Risiken meist ab - Waldbesitzer sind kaum versichert

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Die jüngsten Sturmschäden in Deutschland und weiten Teilen Europas dürften die Assekuranz nach ersten Schätzungen mit einer Milliardensumme belasten. Allein die Verwüstungen in Frankreich, wo der Orkan "Lothar" weit am stärksten gewütet hat, könnten die Versicherungen über einer Milliarde Mark kosten, sagte der Katastrophen-Experte der Münchener Rückversicherungs-AG, Gerhard Berz, in München auf Anfrage. Auch in Deutschland, wo der Süden heftig betroffen war, könnten die versicherten Schäden eine Milliardensumme erreichen.

Da in Deutschland die Versicherungsdichte recht hoch sei und in den Policen Sturmschäden in der Regel abgedeckt seien, dürften die volkswirtschaftlichen Gesamtschäden "nur" um etwa die Hälfte höher liegen als die versicherten Schäden, schätzte Berz. Damit könnten Werte im Umfang von bis zu zwei Milliarden Mark vernichtet worden sein. Im Regen stünden allerdings Waldbesitzer, bedauerte Berz. Wälder seien ebenso wie öffentliche Gebäude kaum versichert.

Hausbesitzer sind dagegen über ihre Wohngebäude- und Hausratsversicherung weitgehend geschützt die etwa drei Viertel aller deutschen Haushalte abgeschlossen haben. Autohalter können bei Sturmschäden auf ihre Voll- oder Teilkasko-Police vertrauen. Die Münchner Allianz AG geht bislang allein für Deutschland von einem volkswirtschaftlichen Schaden von rund einer halben Milliarde Mark aus und kalkuliert damit niedriger als die Münchener Rück. Den eigenen Konzern werde der Sturm wohl eine zweitstellige Millionensumme kosten, schätzte ein Konzernsprecher. Spürbare Auswirkungen auf das Jahresergebnis 1999 soll das nicht haben. Das sieht auch die Münchener Rück so. Immerhin habe die Versicherungswirtschaft sogar die Sturmserie von 1990 ohne große Ergebniseinbrüche verkraftet. Damals hatten acht Orkane in Europa die Assekuranz 17 Milliarden Mark gekostet.

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