Wirtschaft : Politik gibt den Widerstand auf - Aufsichtsrat entscheidet über Thyssen-Krupp-Angebot

Die Übernahme der Atecs Mannesmann AG durch Thyssen Krupp wird immer wahrscheinlicher. Am Dienstag sprach sich die nordrhein-westfälische Landesregierung für einen Verkauf der Mannesmann-Industriesparten und gegen einen Börsengang aus. Eine Entscheidung über das Kaufangebot von Thyssen Krupp in Höhe von 8,75 Milliarden Euro wird der Mannesmann-Aufsichtsrat an diesem Mittwoch treffen. Der Siemens-Konzern, der in der Autoelektronik mit Atecs ein Joint Venture gründen will, hat unterdessen eine Zusammenarbeit mit Thyssen Krupp abgelehnt.

NRW-Wirtschaftsminister Ernst Schwanhold (SPD) habe in Gesprächen mit Arbeitnehmervertretern von Atecs Mannesmann für eine nordrhein-westfälische Komplettlösung geworben, hieß es aus Regierungskreisen. Das Kaufangebot von Thyssen Krupp sei offensichtlich seriös und finanziell außerordentlich attraktiv, sagte Schwanhold. Mit einem Partner wie Thyssen Krupp könne die überwiegende Zahl der Arbeitsplätze erhalten werden. Dies könne bei einem Börsengang von Atecs nicht automatisch sicher gestellt werden. Die Arbeitnehmervertreter von Mannesmann fürchten dagegen bei einem Verkauf einen Stellenbau. Konzernbetriebsrat Jürgen Ladberg nannte vor einigen Tagen eine Zahl von 1000 Arbeitsplätzen. Dem widersprach Thyssen-Krupp-Vorstandschef Gerhard Cromme bei der Bilanzvorlage am Wochenanfang. Vielmehr habe das Unternehmen den Verzicht auf Werksschließungen und Massenentlassungen zugesagt. Es sei auch keine Veräußerung von Aktivitäten von Atecs vorgesehen, um den Kaufpreis zu finanzieren.

Unklar ist, wie der Aufsichtsrat von Mannesmann entscheiden wird. Neben dem Kaufofferte von Thyssen Krupp wollen die Kontrolleure auch über das geplante Gemeinschaftsunternehmen mit Siemens in der Autoelektronik abschließend beraten. Thyssen Krupp würde die Zusammenarbeit mit Siemens in dem Bereich gerne fortsetzen. Daran hat der Münchener Konzern aber kein Interesse: "Wir werden kein Joint Venture mit Thyssen Krupp machen", erklärte ein Unternehmenssprecher. Man habe immer gesagt, dass man das Ganze noch einmal überdenken werde, wenn sich die Konstellationen änderten. Damit hält sich Siemens eine Tür zum Ausstieg aus dem Joint Venture offen. Gibt der Aufsichtsrat grünes Licht für das gemeinsame Vorhaben mit Siemens, wäre das Kaufangebot von ThyssenKrupp hinfällig.

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