Politik trifft Gründer II : Von Prenzlauer Berg nach Kalifornien

Bundeswirtschaftsminister Rösler sucht den Dialog mit jungen Unternehmern aus der Internet- und Technologiebranche. Sogar eine gemeinsame Reise ins Silicon Valley ist im Gespräch.

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Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler im Gespräch mit jungen Unternehmern aus der Internet- und Technologie-Branche am 27. August in Berlin.
Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler im Gespräch mit jungen Unternehmern aus der Internet- und Technologie-Branche am 27....Foto: BMWI

Es könnte sein, dass Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) bald nach Kalifornien reist. Eine Reihe von jungen Unternehmern soll ihn dann ins Silicon Valley begleiten, um dort für Deutschland als Gründernation zu werben – und ausländisches Investoren für die Unternehmen zu begeistern. Die Idee zu der Reise hatte Verena Delius, Geschäftsführerin des Berliner Start-ups Goodbeans. „Ich habe das dem Minister vorgeschlagen und ich glaube, die Idee ist gut angekommen“, sagt sie.

Rösler traf sich am Montag mit den Vertretern von 16 jungen Unternehmen – aus den Bereichen Internet, Biotechnologie und Energie. Der Wirtschaftsminister wollte von den Teilnehmern erfahren, was die Politik tun kann, um die Rahmenbedingungen für die jungen Firmen zu verbessern „Die jungen Gründer haben Dynamik und einen Unternehmergeist, den wir am Wirtschaftsstandort Deutschland brauchen“, sagte Rösler nach dem Gespräch.

Im Zentrum der etwa einstündigen Diskussion in einem Gemeinschaftsbüro in Prenzlauer Berg stand natürlich das liebe Geld. Obwohl es nicht sein Ressort ist, betonte Rösler, seinen Einfluss bei einer geplanten Änderung des Jahressteuergesetzes geltend machen zu wollen. Derzeit ist geplant, Investoren stärker zu besteuern, was nach Meinung der Gründer Geldgeber abschrecken könnte. „Es ist immer noch sehr schwer in Deutschland Summen von mehr als fünf Millionen Euro für ein Start-up aufzubringen“, sagt Sebastian Schulze vom Berliner Start-up Upcload. Das Geld werde aber in der Wachstumsphase gebraucht. Das Ergebnis sei, dass viele junge Unternehmen dann an große ausländische Konzerne verkauft würden. „Wir sind aber an nachhaltigem Wachstum interessiert“, sagt Schulze. Auch über die Herausforderung, geeignete Fachkräfte zu finden, wurde diskutiert.

Wirtschaftsminister Rösler lud die jungen Unternehmer ein, die konkreten Anregungen und Ideen weiter gemeinsam voranzubringen. Und er will den Dialog fortsetzen. Auch über eine Start-up- Messe wurde diskutiert, bei der ausländische Investoren eingeladen werden sollen.

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