Wirtschaft : Porsche profitiert von der Steuerreform

Gewinn steigt auf historischen Höchststand/US-Geschäft läuft schwächer/Große Erwartungen an Cayenne

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Berlin (alf). Die Porsche AG hat durch die rotgrüne Steuerreform einen hohen Millionenbetrag gespart. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, stieg im vergangenen Geschäftsjahr der Gewinn vor Steuern um 40 Prozent, nach Steuern aber um mehr als 70 Prozent. „Mit ausschlaggebend für diesen überproportionalen Anstieg war der im Zug der Unternehmenssteuerreform von 40 auf 25 Prozent gesenkte Körperschaftsteuersatz“, teilte Porsche am Mittwoch anläßlich der Vorlage der Bilanz mit.

Mit einer Umsatzrendite von 17 Prozent (Vorjahr: 13 Prozent) konnte der Sportwagenhersteller die Position als profitabelster Autokonzern der Welt im Geschäftsjahr 2001/2002 (zum 31. Juli) ausbauen. Bei einem Umsatz von 4,86 Milliarden Euro (plus 9,4 Prozent) stieg der Gewinn vor Steuern auf 829 Millionen Euro und damit auf „einen neuen historischen Höchststand“. Davon profitieren Aktionäre und Arbeitnehmer. Während sich jeder Porsche-Mitarbeiter über eine Prämie von 2700 Euro freuen kann, gibt es für die Anteilseigner eine Sonderdividende von 14 Euro je Stückaktie. Nach der Ausschüttung bleiben dem Unternehmen noch 221 Millionen Euro für die Gewinnrücklagen. Alles in allem habe Porsche „weitgehend unbeeindruckt von den weltwirtschaftlichen Schwächetendenzen“ den Wachstumskurs fortgesetzt.

Allerdings schwächt sich inzwischen das Tempo auf diesem Kurs ab. In den ersten vier Monaten des laufenden Geschäftsjahres stagnierte der Absatz, der Umsatz stieg immerhin noch um 3,1 Prozent. Trotzdem ist Porsche für das Gesamtjahr zuversichtlich und begründet dies vor allem mit dem neuen Geländewagen Cayenne. „Nach allem, was wir in der Zwischenzeit wissen, haben wir die Jahresproduktion von 25000 Einheiten bereits verkauft“, sagte Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking am Mittwoch in Stuttgart. Der zwischen 60000 und 100000 Euro teure Wagen kommt an diesem Sonnabend auf dem Markt. Der gemeinsam mit VW entwickelte Cayenne „verkörpert sicherlich die größte Herausforderung, der sich das Unternehmen in seiner Geschichte je zu stellen hatte“, sagte Wiedeking. Mit dem Geländewagen bekommt Porsche neben Boxster und 911 eine dritte Modellreihe, mit der sich der Absatz deutlich erhöhen wird. Im vergangenen Jahr verkaufte Porsche 54234 Sportwagen, das waren ein paar hundert weniger als im Vorjahr, weil in Folge des erwarteten Modellwechsels beim Boxster dessen Absatz um mehr als 20 Prozent fiel.

Auf dem wichtigsten Porsche-Markt, den USA, verkaufte das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr mit 23108 Sportwagen gut neun Prozent weniger als im Vorjahr. „Die Konjunktur stottert nach wie vor, und die Verbraucher halten sich generell stärker als erwartet zurück“, beschrieb Wiedeking die Lage in den USA. „Das Umfeld ist nicht zum Besten bestellt. Wir suchen nach Ventilen, wenn uns die USA Schwierigkeiten machen“, sagte Wiedeking. Porsche geht allerdings davon aus, bereits im kommenden Jahr rund 15000 Cayenne in Nordamerika verkaufen zu können. Dort werden jedes Jahr sieben Millionen so genannte Sport Utility Verhicles (SUV) und Pick-Ups verkauft.

Im November ist der US-Markt allerdings deutlich geschrumpft, und zwar um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dennoch konnten BMW, Audi und Mercedes ihren Absatz erhöhen, während es für VW (minus 17,3 Prozent) und Porsche (minus acht Prozent) Einbußen gab. Porsche erklärte auch diesen Rückgang mit dem Modellwechsel beim Boxster; vom 911er seien dagegen mehr Autos in den USA abgesetzt worden.

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