Wirtschaft : Positiv denken – und handeln

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Von Corinna Visser

Die positiven Signale für die Entwicklung der Wirtschaft nehmen zu: Der Handelsblatt-Frühindikator steigt den zweiten Monat in Folge, der Ifo-Geschäftsklima-Index ist im Januar erstmals seit acht Monaten wieder gestiegen, und auch das Konjunkturbarometer des Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstituts ZEW zeigt zaghaft nach oben. In diesen Konjunkturtests wird vor allem zusammen gefasst, welche Erwartungen die Unternehmen an die weitere wirtschaftliche Entwicklung haben. Die Forscher meinen: Sind die Erwartungen der Unternehmer und Manager positiv, werden sie selbst mehr bei ihren Lieferanten bestellen, die Lager aufstocken und irgendwann auch wieder neue Produktionslinien aufbauen und mehr Arbeitsplätze schaffen. Umgekehrt: Kein Unternehmer investiert oder stellt neue Mitarbeiter ein, wenn er nicht damit rechnet, dass sich das eingesetzte Kapital verzinst.

Jetzt mehren sich die positiven Signale für die deutsche Konjunktur. Nur, dass die wirtschaftliche Erholung unter Vorbehalten steht. Der erste ist ein Krieg im Irak. Kommt er und dauert er lang, dürfte sich der Aufschwung wieder verabschieden, bevor er richtig angefangen hat. Deshalb sagen die Wirtschaftsforscher, dass es trotz der positiven Zeichen in der Wirtschaft noch keine wirkliche Trendwende gibt. Und der andere ist die deutsche Wirtschafts-, Sozial- und Finanzpolitik: Den vielfachen Ankündigungen, dass die notwendigen Reformen auf dem Arbeitsmarkt und der Sozialsysteme endlich in Angriff genommen werden, müssen schnell Taten folgen. Sonst wird alles so bleiben wie bei jeder weltwirtschaftlichen Erholung seit Jahren: Deutschlands Wirtschaft hinkt im Aufschwung hinterher, wächst dann weniger stark als alle anderen Länder – und rutscht mit als erstes Land in den Abschwung.

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