Wirtschaft : Preis-Klassensieger für jedes Portemonnaie

Zeitlos gute Spiele für kleines Geld – Klassiker bis 20 Euro – Edle Geschenke für Leute, die eigentlich schon alles haben

Nicole Heissmann

Wenn Christiane Schröder wissen will, was ihre Kunden gern spielen, sucht sie nach Lücken im Spieleregal. „Die aktuell prämierten Spiele sind beliebt, aber es gibt auch viele Klassiker, die ständig weggekauft werden“, sagt die Fachverkäuferin im Spielwarenladen „Werken-Spielen-Schenken“ in Berlin-Steglitz. Und bei Spielen ist vom kleinen Mitbringsel bis zum teuren Edel-Brett für jeden Geldbeutel etwa dabei.

Beim Kartenspiel Concerto Grosso kann man Dirigent werden oder im Hasenorchester die erste Geige spielen: Auf Karten sind verschiedene Musiker zu sehen. Je nachdem, welcher gezogen wird, müssen alle das Instrument „spielen“: Beim Beckenspieler wird geklatscht, beim Pauken-Hasen gehen alle Hände in die Luft. Wer den Einsatz verpasst, kriegt Strafkarten (um sechs Euro, für drei bis sechs Spieler ab fünf Jahren). Etwas ältere Spieler mit viel Ausdauer können sich an Babylon das Hirn zermartern: Bunte L-förmige und andere dreidimensionale Teile müssen aus einem Quader herausgezogen und wieder zusammengetüftelt werden. Schwierig genug, aber obendrein schreibt ein Farbenwürfel die Reihenfolge vor (um 14 Euro, für einen erwachsenen Spieler). Das Kartenspiel Ogallala entführt aufs Wasser: Die Indianer vom Stamm der Ogallala zimmern sich Kanus. Jeder Spieler zieht Karten mit Bauteilen, um sich daraus möglichst viele Boote zu bauen und Beutestücke wie Pferde, Büffel oder Feuerwasser an Bord zu nehmen. Aber Vorsicht, es sind Störenfriede unterwegs: Wer den Indianer „Verrückte Axt“ ins Boot lässt, versenkt das eigene Kanu in den ewigen Jagdgründen (um sechs Euro, für zwei bis fünf Spieler ab acht Jahren).

Etwas mehr investieren muss, wer beim preisgekrönten Carcassonne in eine mittelalterliche Landschaft mit Wiesen, Wäldern und wehrhaften Städten eintauchen will. Ziel ist es, die Gegend mit möglichst vielen Mönchen, Wegelagerern und Rittern zu bevölkern. Das „Spiel des Jahres 2001“ wurde auch dafür ausgezeichnet, dass man es gut zu zweit spielen kann (um 16 Euro, für zwei bis fünf Spieler ab acht Jahren). Einem kaltblütigen Mörder im Landhaus von Graf Eutin sollen die Detektive bei Cluedo auf die Spur kommen: Jeder ist gleichzeitig Verdächtiger und Ermittler. Nur mit den richtigen Karten kann man sich vom Mordverdacht reinwaschen. Wer glaubt, alles aufgeklärt zu haben, erhebt Anklage (um 20 Euro, für zwei bis sechs Spieler ab acht Jahren).

Wer das ganz besondere sucht und etwas Geld investieren will, wird bei dem Künstler Thomas Fackler fündig. Mit einem guten Gedächtnis und Sinn für Strategie wird man Freude an Malstrom haben. Die Spielsteine ziehen wie Damen beim Schach über 49 verdeckt ausgelegte Karten. Ziel ist es, mit geschickten Zügen zwei passende Karten zu finden. Die Spielkarten sind handgestaltete Unikate und bestehen aus Originalfragmenten verschiedener antiquarischer Bücher, darunter Hesses „Glasperlenspiel“ oder „Das Schloss“ von Kafka (230 bis 400 Euro, für zwei bis vier Erwachsene). Noch exklusiver ist die edle Abtei der wandernden Bücher . Hier geht es darum ein mittelalterliches Geheimnis zu lüften: Der Abt des Klosters hat Einzelbuchstaben eines Geheimwortes in den schweren Büchern seiner Bibliothek versteckt. Die Mitspieler versuchen, die richtigen Bücher aufzuspüren und das Wort zusammenzusetzen. Der edle Spielplan aus Büttenpapier, die handgesägten Buch-Miniaturen aus Birnbaumholz mit 22-karätiger Goldprägung und von Hand nachkolorierte Figuren machen jedes Spiel zum edlen Unikat (2600 Euro, für drei bis fünf Erwachsene) Beide Spiele gibt´s nur bei Thomas Fackler, Telefon: (0821)489095, ( www.zeitstein.de ).

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