Wirtschaft : Privat Versicherte zahlen zehn Prozent mehr

Wolfgang Büser

Es wird teurer, privat krankenversichert zu sein - zunächst allerdings nur für diejenigen, die sich neu für den individuellen Versicherungsschutz entscheiden. Das geht auf die Gesundheitsreform 2000 zurück, mit der ein zehnprozentiger Beitragszuschlag eingeführt wurde, der zu einer zusätzlichen Beitragsentlastung im Alter führen soll. Die privaten Krankenversicherer wollten die vom Gesetzgeber aufgezwungenen Beitragseinnahmen nicht, weil der Zuschlag für die Versicherten "eine zusätzliche Altersversorgung" darstelle, die in Zukunft "zu Fällen von Übervorsorge" führen werde.

Der Beitragszuschlag ist - so schreibt es das Gesetz vor - von den Privatversicherern so einzusetzen, dass der Beitrag vom 65. Lebensjahr der Versicherten an konstant bleibt. Die Beiträge reduzieren kann er aber erst vom 80. Lebensjahr an. Der Beitragszuschlag ist obligatorisch nur von Neuversicherten bis zum 60. Geburtstag zu erheben. Abschlüsse im Jahr 1999 mit Versicherungsbeginn im Jahr 2000 fallen nicht darunter. Dasselbe gilt für Anwartschaftsversicherungen, Krankentagegeld- und Pflegepflichtversicherungen. Auch auf Risikozuschläge ist kein zehnprozentiges Aufgeld zu entrichten.

Diejenigen, für die die Neuregelung nicht bereits ab Jahresbeginn 2000 gilt, werden ab 2001 per Gesetz sanft in die Zuschlagsregelung eingebunden: beginnend mit zwei Prozent, denen vier weitere Zwei-Prozentschritte in den Jahren 2002 bis 2005 folgen. Dieser Regelung können die "Altversicherten" widersprechen - auch für ihre mitversicherten Kinder. Ein "Teilwiderspruch" ist nicht möglich - es gilt das Entweder-Oder-Prinzip. Man kann also nicht etwa nur einen Beitragszuschlag von lediglich vier Prozent akzeptieren.

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