Wirtschaft : PRO SIEBEN SAT 1

„Wir lieben es, Sie zu unterhalten“ lautet das übersetzte Motto des Fernsehsenders Pro 7. Derzeit sorgt der Medienkonzern Pro Sieben Sat 1 aber für wenig unterhaltsame Nachrichten. Zunächst strich man die Gewinnprognose wegen der anhaltenden Schwäche am Werbemarkt, dann gab man den mit Einsparungen begründeten Umzug von Sat 1 von Berlin nach Unterföhring bekannt, gegen den Mitarbeiter lange protestiert hatten. 225 der 3000 Arbeitsplätze in Deutschland will der Konzern in den nächsten Monaten einsparen.

Die Einschnitte werden angesichts düsterer Konjunkturaussichten vorgenommen, zudem zwingt ein immenser Schuldenberg den Konzern zum Handeln. Ende September 2008 lag die Verschuldung bei 3,8 Milliarden Euro. Eine Summe, die mit dem Einstieg der beiden Finanzinvestoren Kohlberg Kravis Roberts & Co (KKR) und Permira zu tun hat, wie man bei Pro Sieben Sat 1 bestätigt. „Uns wurde durch die Private- Equity-Übernahme eine hohe Schuldenlast auferlegt“, sagt Sprecher Julian Geist, aber mit der europäischen Fernsehkette SBS habe man auch etwas Wertvolles dafür bekommen. KKR und Permira hatten SBS im Sommer 2007 an den Konzern verkauft – für 3,3 Milliarden Euro.

Bei Permira, einem der weltweit größten Private-Equity-Unternehmen, stellt man sich vor den Medienkonzern. „Wir sehen uns jetzt in der Pflicht, das Management zu unterstützen, um Pro Sieben Sat 1 krisenfest zu machen“, sagt der Pressesprecher von Permira, Ulrich Porwollik. Zudem wäre man im schlimmsten Fall bereit, neues Kapital zu investieren. Darüber wird möglicherweise bei der nächsten Hauptversammlung im März 2009 diskutiert. Bei der diesjährigen Versammlung konnten die Investoren für 2007 eine Sonderdividende von 270 Millionen Euro durchsetzen. Der Gewinn 2007 lag bei 89,4 Millionen Euro. dcl

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