Wirtschaft : Pro Tag werden 210 deutsche Patente angemeldet

Einen Rekord hat das Deutsche Patent- und Markenamt am Dienstag in München präsentiert: Im vergangenen Jahr meldeten Einzelerfinder, Wissenschaft und Wirtschaft mehr als 125 000 Patente in Deutschland an, davon seien 52 600 inländische Anmeldungen. Das entspreche durchschnittlich 210 Patentanmeldungen pro Tag, sagte Behördenpräsident Jürgen Schade. Gegenüber dem Jahr zuvor bedeute das einen Anstieg der Gesamtanmeldungen um 15 Prozent. Schade wertete die Rekordzahl als positives Signal für den Wirtschaftsstandort Deutschland. "Wir entwickeln uns von der Industrie- zur Wissensgesellschaft", sagte er.

Auf Japan, die USA und Deutschland entfallen rund 70 Prozent aller Patent-Erstanmeldungen weltweit. Der Trend zu gewerblichen Schutzrechten sei ungebrochen, der Handel mit Wissen und geistigem Eigentum gewinne international immer größere Bedeutung, sagte Schade. Bei den Patentanmeldungen stehen die Bereiche Fahrzeugtechnik, Mess- und Prüftechnik und Kommunikationstechnik an den vorderen drei Plätzen. Der Anteil der Einzelerfinder beträgt rund 13 Prozent. Größter Patentanmelder sind die Siemens AG (3252 Patentanmeldungen), die Robert Bosch GmbH (3156) und die Volkswagen AG (1543). Bei den Patentanmeldungen in Deutschland liegt Bayern mit rund 14 500 (27,6 Prozent) an der Spitze, vor Baden-Württemberg 22,6 Prozent und Nordrhein-Westfalen 18,8 Prozent.

Einen deutlichen Rückgang gab es 2001 bei den Markenanmeldungen. Mit rund 67 000 angemeldeten Marken registrierte die Behörde knapp 20 000 weniger als im Vorjahr. Betroffen waren vor allem die Bereiche Computer, Telekommunikation und Software. Marken schützen den Namen eines Produkts oder Unternehmens. Behördenchef Schade beklagte eine zunehmende Zahl von Fälschungen bei Geschmacksmustern und Design.

Das Deutsche Patent- und Markenamt weist für 2001 einen ausgeglichenen Haushalt aus. Den Einnahmen von 206,9 Millionen Euro standen Ausgaben von 206,7 Millionen Euro gegenüber. Bei den Investitionen von gut elf Millionen Euro verzeichnete das Amt ein Minus von über 51 Prozent.

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