Wirtschaft : Prominenz soll Arbeitern bei CNH helfen

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Berlin - Die Gewerkschaft IG Metall setzt auf Bundesprominenz, um auf den Streik beim CNH-Baumaschinenwerk in Berlin-Spandau aufmerksam zu machen. Am Mittwoch sprach der Gewerkschaftsvorsitzende Jürgen Peters vor der Belegschaft und forderte Landes- und Bundespolitiker auf, sich an die Seite der Streikenden zu stellen. Für nächsten Mittwoch hat sich Oskar Lafontaine angekündigt, Fraktionschef der Linkspartei im Bundestag. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD), will in den nächsten zwölf Tagen nachziehen. Auch seien Gespräche zwischen führenden SPD-Bundespolitikern und IG Metall im Gange, hieß es am Rande der Kundgebung. „Wir spielen die Hauptstadtkarte“, beschreibt IG-Metall-Sprecher Bernd Kruppa die Strategie.

Peters machte mit markigen Worten den Anfang. Als „menschenverachtendes Verhalten von Schreibtischtätern“ bezeichnete er die Entscheidung des CNH-Mutterkonzerns Fiat, das Werk zu schließen. Der italienische Autobauer will die 130 Jahre alte Fabrik in Spandau bis Ende Juni weitgehend stilllegen, 500 der 600 Beschäftigten würden dann ohne Arbeitsplatz dastehen. „Wer sich zur Bundeshauptstadt als Visitenkarte Deutschlands bekennt, kann sich nicht aus der Verantwortung für den Industriestandort Berlin stehlen“, sagte Peters vor mehreren hundert Streikenden. In den vergangenen zehn Jahren seien schon 60 000 Industriearbeitsplätze verloren gegangen. Erneut forderte er eine Verlegungsabgabe für Unternehmen, die Arbeitsplätze ins Ausland verlagern.

Die Arbeitnehmer streiken seit 17 Tagen für den Fortbestand der Produktion, mindestens aber für einen Sozialplan. Derzeit verhandelt die IG Metall mit Managern der CNH über eine „verwandte Art der Produktion“ und somit über eine Weiternutzung des Werkes.

Bei den Streikposten kommen die Prominentenbesuche gut an: „Wir können die Unterstützung gut gebrauchen“, sagte einer. Er werde streiken, bis es Ergebnisse gebe. „Notfalls toppen wir die 40 Tage von AEG“, sagt ein anderer. otr

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