Ratingagentur : Sony ist für Fitch nur noch "Ramsch"

Nach zum Teil heftigen Verlusten in den vergangenen Jahren ist bei Sony eine Erholung sichtbar. Für die Ratingagentur Fitch ist das zu wenig. Wenig überzeugt sind die Analysten auch von einem anderen Elektronikpionier.

Unterhaltung ohne Zukunft? Laut Fitch hat Sony seinen Pionierstatus verloren - und wird ihn so bald nicht wiedererlangen.
Unterhaltung ohne Zukunft? Laut Fitch hat Sony seinen Pionierstatus verloren - und wird ihn so bald nicht wiedererlangen.Foto: Reuters

Die japanische Elektronikbranche verliert das Vertrauen der Investoren. Die Rating-Agentur Fitch stufte am Donnerstag auch Sony und Panasonic auf „Ramsch“-Niveau herab. Anfang November war bereits das Rating von Sharp so tief gesunken.

Mit den Abstufungen wird es für die Unternehmen schwerer, sich Geld am Kapitalmarkt zu holen. Fitch senkte Sonys Rating um drei Stufen auf „BB-“ von „BBB-“. Die Agentur rechne nur mit einer langsamen Erholung des Unternehmens, weil Sony die technologische Führerschaft an starke Rivalen verloren habe und die Märkte in entwickelten Ländern schwach seien.

Sony wies für die Monate Juli bis September einen operativen Gewinn von 292 Millionen Euro (30,3 Milliarden Yen) aus. Die Trennung vom Chemiegeschäft half Sony über die Nachfrageschwäche nach Fernsehern und anderen elektronischen Geräten hinweg. Eine Besserung auf diesen Märkten sieht der Konzern nicht - er nahm seine Jahresprognosen für den Absatz an TV-Geräten und Digitalkameras zurück. Nach wie vor will er im Gesamtjahr aber einen operativen Gewinn von 130 Milliarden Yen erzielen.

Bei Panasonic gab es eine Abstufung um zwei Schritte von „BBB-“ auf „BB“. Immerhin sieht Fitch die laufende Sanierung von Panasonic als den richtigen Weg - auch wenn Risiken bei der Umsetzung blieben.

Die einst mächtige japanische Elektronikindustrie kämpft mit hohen Verlusten. Den Unternehmen macht zum einen der starke Yen schwer zu schaffen. Zum anderen ist die weltweite Nachfrage nach Fernsehgeräten abgesackt und die Konzerne haben hohe laufende Kosten.

Zudem laufen ihnen der südkoreanische Samsung-Konzern mit seinen großen, hochauflösenden Fernsehern und Smartphones sowie der US-Branchenvorreiter Apple mit iPods, iPhones und iPads den Rang ab.

Sharp ist am schwersten betroffen und rechnet mit dem zweiten riesigen Rekord-Jahresverlust in Folge. Der Flachbild-TV-Pionier musste zuletzt eingestehen, dass die desolate Finanzlage Zweifel am Fortbestand des Unternehmens aufwerfe. (dpa/rtr)

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