RECHTS Frage : an Susanne Meunier Finanztest (Stiftung Warentest)

Wie teuer ist die Altersvorsorge?

an Susanne Meunier

Ich habe bisher noch gar nicht privat für mein Alter vorgesorgt, würde das aber gern tun. Mich schrecken aber die hohen Gebühren ab, die für Riester-Renten, Betriebsrenten und private Rentenversicherungen anfallen. Wie kann ich erkennen, wie hoch die Gebühren sind? Müssen die Anbieter das sagen?

Dass Sie zusätzlich für Ihr Alter sparen wollen, ist richtig, es sei denn, Sie sind ein fest angestellter Single mit sicherem Job, guter Betriebsrente und einer am Ende abbezahlten Immobilie. Dann haben Sie im Alter – inklusive der gesetzlichen Rente – wahrscheinlich schon ein ordentliches Auskommen. Kommt noch eine Erbschaft hinzu, ist eine zusätzliche Vorsorge im Regelfall nicht mehr nötig.

Anderenfalls sollten Sie etwas Geld zurücklegen. Erste Wahl ist für die meisten Menschen das Riester-Sparen – trotz der teilweise hohen Kosten. Die Kosten sind je nach Anbieter und Produktart unterschiedlich hoch. Die Unternehmen sind verpflichtet, Kunden Auskunft über die Kosten zu geben. Sie tun das auch. Doch die Angaben sind meist kaum nachvollziehbar. Verbraucher können die Kosten vieler Angebote aber in den Untersuchungen der Stiftung Warentest an den unterschiedlich hohen Rentenzusagen ablesen. Orientieren Sie sich am besten an den Testergebnissen und schließen Sie nicht bei Anbietern ab, die sich einer Teilnahme an den Tests verweigern.

Riester-Sparen lohnt mit dem richtigen Produkt und dem richtigen Anbieter. Für Kinder spendiert der Staat zusätzliche Zulagen. Außerdem können Riester-Sparer ihre Verträge besser als etwa ungeförderte private Rentenversicherungen veränderten Lebensumständen anpassen.

Beim Riester-Banksparplan, dem für Sicherheitsorientierte idealen Produkt, sind Kosten kein Problem. Der Banksparplan wäre für Sie auch dann das richtige Produkt, wenn Sie keine große Lust haben, sich intensiv mit der Materie auseinanderzusetzen oder schon älter sind. Je näher der Ruhestand rückt, desto weniger Risiken können Sparer bei ihrer Altersvorsorge in Kauf nehmen. Auch jüngere Sparer, die nicht sicher sind, ob sie später ein Eigenheim anschaffen, bleiben mit Riester-Banksparplänen flexibel. Sie lassen sich ohne viel Aufwand und Kosten gegen einen Riester-Bausparvertrag oder ein Riester–Darlehen tauschen. Allerdings bringen die Sparpläne derzeit nur wenig Zinsen.

Eltern unter 35 Jahren ohne Hauskaufplan sollten besser Riester-Fondssparpläne wählen. So können sie die höheren Renditechancen der Aktienmärkte mitnehmen. Klassische Rentenversicherungen sind dagegen für die wenigsten Kunden die richtige Lösung zum Riester-Sparen. Sie werden von Vertretern gern verkauft, weil sie hohe Provisionen bringen. Aber diese Verträge sind unflexibel und oft teuer. Weitgehend abzuraten ist auch von fondsgebundenen Riester-Rentenversicherungen. Sie sind noch unflexibler als klassische Rentenpolicen und bieten meist nicht einmal eine Mindestverzinsung. Foto: Stiftung Warentest

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