RECHTS Frage : an Eva Klaar < i>Verbraucherzentrale Berlin

Soll ich Tunesien absagen?

an Eva Klaar

Ich habe für März eine Reise nach Tunesien gebucht, bin aber wegen der politischen Situation unsicher, ob ich diese noch antreten soll. Raten Sie mir auch jetzt noch zum Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung?

Es ist eine schwierige Entscheidung: Soll ich eine für März gebuchte Reise in das derzeit von politischen Unruhen geprägte Land antreten oder lieber zu Hause bleiben?

Fast alle großen Touristikunternehmen haben Reisen nach Tunesien, die bis Mitte Februar stattfinden sollen, abgesagt. Sie können unter den gegenwärtigen Bedingungen die Leistung aus dem Vertrag nicht erbringen. Somit haben betroffene Reisende einen Anspruch auf Erstattung des gesamten gezahlten Preises. Es besteht aber kein Anspruch auf Schadensersatz, da den Reiseveranstalter für die nicht erbrachte Leistung kein Verschulden trifft. Es greifen die Grundsätze der höheren Gewalt.

Wie lange es nun dauert, bis sich die Situation in Tunesien wieder entspannt hat, ist unbestimmt. Daher muss derjenige, der erst im März eine Reise nach Tunesien gebucht hat und diese jetzt storniert, bei allem Verständnis für die Verunsicherung nach den Unruhen mit Stornokosten rechnen. Es sollte daher die Frage gut abgewogen werden, ob der Urlaub gänzlich ausfallen soll, der Termin der Reise verschoben werden oder sogar ein anderes Urlaubsziel in Betracht kommen könnte. Um diese Entscheidung treffen zu können, kann ich nur raten, mit dem Reiseveranstalter in Verbindung zu treten, um Umbuchungsmöglichkeiten zu prüfen.

Einem weit nach der Buchung gestellten Antrag auf Abschluss einer Rücktrittsversicherung wird leider kein Versicherer entsprechen. Hier besteht eine Abschlussfrist. So ist eine Reiseversicherung nur bei der Reisebuchung, spätestens jedoch innerhalb von 14 Tagen nach Zugang der ersten Buchungsbestätigung möglich. Eine Reiserücktrittsversicherung deckt auch leider nicht das Risiko, wenn aufgrund von politischen Unruhen im Urlaubsland die Reise wegen Verunsicherung oder gar Angst nicht angetreten wird. Foto: Thilo Rückeis

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