Wirtschaft : Regierung will Biotech fördern Zulassungsverfahren sollen einfacher werden

Cordula Eubel

Berlin – Die Bundesregierung will die Biotechnologie in Deutschland durch Forschungsförderung und einfachere Zulassungsverfahren weiter stärken. Kleine und mittlere Unternehmen sollten gezielt unterstützt werden, sagte Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) am Montag bei der Vorstellung eines Berichts zum Pharmastandort, der gemeinsam mit Industrievertretern erarbeitet wurde. Forschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) verwies darauf, dass Deutschland in der Biotechnologie mit 80 000 Arbeitsplätzen einen Spitzenplatz in Europa einnehme. In der Pharmabranche arbeiten derzeit rund 120 000 Menschen.

Die Expertengruppe fordert unter anderem, zwei Bereiche zu fördern, die für den Arzneimittelbereich von Bedeutung sind: die Nachzüchtung natürlichen Gewebes aus körpereigenen Zellen für Implantate („tissue engineering“), sowie die bessere Abstimmung von Arzneien auf den einzelnen Patienten, etwa in der Krebstherapie.

Regierung und forschende Arzneimittelhersteller haben ihren Dissens über die Preisobergrenzen für Arzneimittel dafür immer noch nicht beigelegt. Gesundheitsministerin Schmidt hält an den so genannten Festbeträgen fest, die seit diesem Jahr erstmals auch für patentgeschützte Medikamente eingeführt wurden. Die gesetzlichen Krankenkassen gäben in Deutschland zu viel Geld für Arzneimittel aus, die keine Neuerungen für den Patienten böten, sagte die Ministerin. Wenn ein Medikament null Prozent mehr Nutzen habe als ein altes entsprechendes, dürfe es auch nur null Prozent mehr kosten, sagte Schmidt.

Andreas Barner, Vorstandsmitglied bei Boehringer Ingelheim und Vorsitzender des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (VfA), kritisierte, Innovationen würden zu wenig honoriert. Die Festbeträge werden jedes Jahr neu bestimmt. Sie legen fest, welchen Betrag die gesetzlichen Kassen den Versicherten erstatten. Die Pharmafirmen können die Preise für ihre Medikamente selbst bestimmen.

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