Reise : ITB ohne Tui und Thomas Cook

Die Reisemesse ITB startet am 7. März in Berlin ohne den größten europäischen Reiseveranstalter Tui und die deutsche Nummer zwei Thomas Cook. Eine Unternehmensberatung hatte Tui dazu geraten, das Geld für einen Standplatz einzusparen.

Frankfurt/Berlin - Der Geschäftsführer des Veranstalters Messe Berlin, Christian Göke, sagte, "ich glaube, dass es ein Fehler von Tui war, jetzt nicht zu kommen - gerade weil man mit dieser Entscheidung zeigt, dass man ein Problem hat", sagte Göke. Marktbeobachter erwarten, dass Tui 2006 wegen Abschreibungen auf Unternehmenswerte rote Zahlen verbucht hat. Laut Göke hat die Unternehmensberatung Roland Berger Tui dazu geraten, das Geld für einen Standplatz auf der ITB einzusparen.

Ihren Vorjahresrekord bei der Ausstellerzahl will die ITB zumindest wiederholen. "Vielleicht knacken wir ja dieses Mal wirklich die 11.000er-Marke", sagte Göke. Mit der Vielzahl und Qualität anderer Aussteller werde der Ausfall von Tui und Thomas Cook auf der Messe jedenfalls kompensiert. Die vielen Online-Anbieter unter den Ausstellern zeigten den Wandel im Verbraucherverhalten. Messen seien der beste Ort, um effizient einzukaufen und Geschäftskontakte zu knüpfen. "Ich glaube, dass wir in den nächsten Jahren eine Renaissance erleben werden", sagte Göke.

10.800 Aussteller 2006

Im vergangenen Jahr hatte die ITB für das breite Publikum mehr als 10.800 Aussteller aus 180 Ländern und gut 162.800 Besucher gezählt. Die ersten drei Tage sind für Fachbesucher reserviert. Am 10. und 11. März ist die Messe dann für das breite Publikum geöffnet. Offizielles Partnerland ist in diesem Jahr Indien.

Die ITB versteht sich inzwischen weniger als reiner Flächenvermarkter, sondern als Kompetenzzentrum für die Branche. Themen wie der Konkurrenzkampf zwischen den Flugzeugherstellern Airbus und Boeing sowie der Klimawandel stehen auf dem Veranstaltungsprogramm. "Ich denke, dass die Industrie berücksichtigen muss, dass der Konsument über Themen wie den Klimaschutz informiert werden will und seine Reisebuchung künftig auch an solchen Kriterien ausrichtet", sagte der Direktor des Kompetenzcenters Travel und Logistik der Messe Berlin, Martin Buck. (tso/dpa)

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