Wirtschaft : Renditen für Träumer

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Von Daniel RheePiening

Die Zeiten, in denen eine Geldanlage in Aktien automatisch zügig ordentliche Gewinne versprach, sind vorerst vorbei. Wer sein Geld heute beispielsweise in festverzinslichen Wertpapieren anlegt, muss nicht nur ebenfalls Kursverluste fürchten. Er muss sich zudem derzeit mit einer Verzinsung von etwa vier Prozent begnügen.

Dass vor diesem Hintergrund Anlagebetrüger ein leichtes Spiel haben, ist trotzdem erstaunlich. Denn die Kleinanleger haben zwar gelernt, Aktienanalysten zu misstrauen und auch den Rendite-Versprechen ihrer Sparkassen- und Bankberater mit großer Skepsis zu begegnen. Doch offenbar finden diejenigen, die auf die Gier der Anleger setzen, immer noch und immer wieder Geldgeber. Die Anlegerschützer warnen jedenfalls, dass Betrüger mit Erfolg mit neuen Finanzprodukten unterwegs sind. Ausgerechnet Irak- Fonds erfreuen sich in der Branche im Augenblick großer Beliebtheit. Dabei wird Anlegern versprochen, dass sie vom Wiederaufbau nach einem Irak-Krieg ganz sicher profitieren können. Das ist ziemlicher Schwachsinn: Denn erstens weiß bisher noch niemand, wie lange ein Krieg, wenn es einen gibt, dauern wird. Zweitens weiß niemand, wie viel dabei kaputt geht. Und drittens kann kein Mensch seriös sagen, welche Unternehmen von einem Wiederaufbauprogramm profitieren werden.

Nicht jede Verzinsung, die über dem Durchschnitt liegt, ist gleich ein Betrugsversuch. Sicher aber ist: Je höher die Rendite, desto höher ist auch das Risiko. Und bei traumhaften Renditen ist das Risiko eben nicht beherrschbar.

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