Wirtschaft : Rheinmetall profitiert von neuer Größe

Umsatz- und Ergebnissprung nach Akquisitionen / Fusion von Daimler und Chrysler begrüßt DÜSSELDORF (kv/HB).Die neue Größenordnung, die Rheinmetall im vergangenen Jahr vornehmlich durch Akquisitionen erreicht hat, gibt dem Konzern neuen Schwung.Hans U.Brauner, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG, Düsseldorf, sagte am Montag bei der Bilanzvorlage, "die Früchte des Quantensprungs sind größer, zahlreicher und vielfältiger als angenommen".Der auf den Kerngebieten Elektronik, Automobiltechnik, Maschinenbau und Wehrtechnik tätige Konzern habe zusätzliches Potential für weiteres qualitatives Wachstum erhalten.Für 1998 gelte es, die "Ertragslage auf hohem Niveau abzusichern und zu verbessern", erklärte der Rheinmetall-Chef.Nach Brauners Worten soll das Betriebsergebnis, das im vergangenen Jahr auf 295 (92) Mill.DM gestiegen war, um etwa zehn Prozent verbessert werden.Zur Dividendenzahlung wollte Brauner keine Vorhersage machen.Immerhin muß ein höheres Kapital bedient werden.Die für Juni vorgesehene zweite Tranche der Kapitalerhöhung um 15 Mill.DM soll die Eigenkapitalquote wieder auf das "gewohnte Niveau von mehr als 25 Prozent zurückführen".Die jungen Aktien sind für 1998 voll gewinnberechtigt.Aufgrund des positiven Börsenkurses erwartet Brauner einen Kapitalzufluß von rund 150 Mill.DM.Im laufenden Jahr soll der Umsatz auf acht Mrd.DM steigen, wobei Brauner darauf hinwies, daß in den Zahlen des vergangenen Jahres das erste Quartal der Kolbenschmidt-Gruppe nicht enthalten war und die KHI-Gruppe noch nicht konsolidiert wurde.Das Auslandsgeschäft werde über 50 Prozent ausmachen.Mittelfristiges Ziel sei es für die Gruppe, eine Eigenkapitalquote von mindestens 30 Prozent zu erreichen.Die Gesamtkapitalrendite vor Steuern soll in den nächsten Jahren auf zehn (5,7) Prozent steigen.Besonders große Erwartungen setzt Brauner in den Unternehmensbereich Automobiltechnik mit der Führungsgesellschaft Kolbenschmidt Pierburg AG.Der Umsatz soll bis zur Jahrtausendwende von derzeit rund drei Mrd.DM aus "eigener Kraft und durch Zukäufe" auf fünf Mrd.DM wachsen.Akquisitionen würden vornehmlich im Bereich "rund um den Motor" vorgenommen.Durch den Zusammenschluß von Daimler-Benz und Chrysler würden voraussichtlich einige Familienunternehmen "das Handtuch werfen".Für Rheinmetall in seiner Rolle als Autozulieferer sei die Großfusion zu begrüßen.Die neue Größenordnung, die Rheinmetall in der Heerestechnik gewonnen habe, werde die deutsche und europäische Industrie "in Bewegung" setzen.Rheinmetall werde den Bereich, der "im europäischen Maßstab mit rund 2,5 Mrd.DM Umsatz relativ bedeutend" sei, "als Baustein einer europäischen Heeresindustrie einsetzen".Die Bürosystem-Gruppe Mauser Waldeck, die nur noch als "finanzielle Beteiligung" geführt wird, will Brauner in diesem Jahr verkaufen.

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