Wirtschaft : Riester-Check (3): Sparpläne der Banken: Auf Nummer sicher gehen

Cornelia Bürger

Banksparpläne mit Zinsansammlung gelten nicht gerade als Turbos unter den Geldanlagen. Auf lange Sicht bieten sie eher bescheidene Erträge. Als gefördertes Altersvorsorgeprodukt sind sie dennoch interessant. Und das nicht ohne Grund. Denn einen we-sentlichen Vorteil haben Banksparpläne: Ihr Ertrag ist dem Vorsorgesparer vollkommen sicher. In Bezug auf einen Vermögensaufbau für das Alter ist das ausgesprochen wichtig.

Sicherheit und einfache Handhabung sind deswegen auch die Argumente, mit denen der Deutsche Sparkassen- und Giroverband für sein Produkt SVorsorgePlus wirbt. "Wir kommen hier unserer sozialen Verantwortung nach", sagt Michaela Roth, Sprecherin beim DSGV. "Ein großer Teil unserer Kunden sind Sparer, die auf Sicherheit setzen." SVorsorgePlus ist ein Ratensparvertrag. Der Kunde zahlt regelmäßig eigene Sparbeträge ein. Dazu kommen die staatlichen Zulagen. Der Vertrag garantiert eine variable, dem jeweiligen Marktzins entsprechende Verzinsung, die mit zunehmender Laufzeit um einen Bonuszins erhöht wird. Abschluss- und Vertriebskosten zahlen Vorsorgesparer, die sich für einen Banksparplanangebot einer der 540 Sparkassen entscheiden, nicht. Auch die Verwaltungskosten sind ausgesprochen niedrig.

Mit den gleichen Vorteilen wirbt der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) für seinen durch staatliche Zulagen geförderten Banksparplan, VR-RentePlus. Die variable Verzinsung des klassischen Ratensparvertrages mit jährlicher Zinsansammlung entspricht dem jeweiligen Marktzins. Als zertifizierte Produkte erfüllen beide Angebote die im Altersvermögensgesetz festgeschriebenen Bedingungen. So sind jährliche Einzahlungen bis zum steuerlich geförderten Höchstbetrag möglich. Der Kunde kann während der Laufzeit zwischen 10 000 und 50 000 Euro zur Finanzierung selbstgenutzten Wohneigentums entnehmen. Er erhält außerdem jährliche Informationen über den Gesamtkontostand und über die erwirtschafteten Erträge. Bis zum Jahr 2008 kann außerdem eine automatische Anpassung an die im Gesetz vorgeschriebenen Höchstbeträge vereinbart werden.

Der Rentenbeginn ist flexibel, in der Auszahlphase gibt es eine lebenslange Rente. Bei Rentenbeginn hat der Sparer hinsichtlich der Auszahlungsmodalitäten zwei Möglichkeiten: Er kann das angesparte Vermögen in einen Rentenversicherungsvertrag einzahlen. Dann erhält er lebenslang eine gleichbleibende oder - je nach Vereinbarung - steigende Rente. Möglich ist es aber auch, einen Auszahlungsplan zu vereinbaren. Dieser läuft bis zum 85. Lebensjahr.

Damit Geld aus dem Vorsorgevermögen auch über das 85. Lebensjahr hinaus fließt, muss zu Beginn der Auszahlungsphase ein Teil des Altersvorsorgevermögens in eine Rentenversicherung eingezahlt werden. Die Rentenpolice soll dem Vorsorgesparer ab Vollendung des 85. Lebensjahres eine gleichbleibende oder steigende lebenslange Leibrente gewähren, die nahtlos an den Auszahlungsplan anschließt. Die monatlichen Rentenzahlungen aus dieser Rentenversicherung müssen dann mindestens so hoch sein, wie die letzte monatliche Auszahlung aus dem Auszahlungsplan.

Die privaten Banken bieten im Zusammenhang mit der Riester-Rente keine Banksparpläne an. Begründung: Das Geschäft lohne sich nicht. Die privaten Institute konzentrieren sich in erster Linie auf Investmentfondssparpläne. Wer sich also für Banksparpläne interessiert, ist bei einer Sparkasse, bei einer Volksbank oder Raiffeisenbank richtig.

Allerdings gilt noch immer: Abwarten, informieren und Angebote vergleichen, anstatt übereilt zuzugreifen. Denn die staatliche Zulage gibt es auch, wenn sich der Sparer erst Ende 2002 entscheidet.

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